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Mehr als nur Schnabeltassen: Bierbäder, Kälteschocks und Heilwasser aus dem Uranbergwerk locken Kurgäste und Wellness-Liebhaber nach Böhmen
Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, drei traditionsreiche böhmische Kurorte, die ihrem Aufschwung vor allem der Schnabeltasse und der Trinkkur verdankt haben. Doch die tschechischen Bäder, die in den vergangenen 15 Jahren zum Großteil liebevoll restauriert wurden, setzen längst auch auf andere Märkte: Etwa auf Gesundheitstourismus aus der arabischen Welt und auf Wellness- und Beautyangebote für die junge Generation. Dazu kommen Nischenangebote, wie ein gesundheitsförderndes Bier-Bad, die Behandlung mit radiumhaltigem Wasser aus einem ehemaligen Uranbergwerk und die Kyrotherapie, bei der die Patienten kurzzeitig einer Extrem-Tiefsttemperatur von -160 Grad ausgesetzt werden.
Karlsbad und Marienbad – zwei böhmische Jungbrunnen
„Da ruht das Herz, und nichts vermag zu stören. Den tiefsten Sinn, den Sinn, ihr zu gehören.“ Johann Wolfgang von Goethe war 74 Jahre alt, als er diese Verse schrieb. Die Liebe des greisen Dichterfürsten zur gerade 19-jährigen Ulrike von Levetzow blieb unerwidert. Goethe, der gehofft hatte, dass Ulrike, die er in Marienbad getroffen hatte, ein Jungbrunnen für ihn sein könnte, war fassungslos. Marienbad ist seither zu einer Stadt mit mehr als 14.000 Einwohnern herangewachsen. Doch eines scheint gleich geblieben zu sein: Viele Kurgäste erhoffen sich, auf einen Jungbrunnen zu stoßen. Nicht unbedingt in Form eines 19-jährigen adligen Töchterleins, sondern eher in Form von Anti-Cellulite-Massagen, Laserbehandlungen gegen Falten oder durch zellverjüngende Sauerstoffbehandlungen.
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