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Türkei: Istanbul zwischen Emanzipation und Pascha-Kult: Die Bosporusmetropole ist europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2010
Die inspirierendste Stadt der Welt“ - so wirbt Istanbul für sich im dem Jahr, in dem die Stadt - neben dem Ruhrgebiet und der südungarischen Stadt Pecs - als europäische Kulturhauptstadt im Fokus des öffentlichen Interesses steht. Moderne und avantgardistische Kunst und eine Debatte über die gesellschaftliche Rolle der Frau sind ebenso Teil des Kulturhauptstadtprojekts wie eine umfassendes Sanierung der traditionellen Sehenswürdigkeiten – von der Hagia Sophia bis zum Topkapi-Palast.
Frankreich: Wandern und Pilgern auf den Spuren Maria Magdalenas
Ein Besuch der Grotte Sainte-Marie-Magdaleine, in der sich Maria Magdalena jahrzehntelang vor den Römern versteckt haben soll, lässt sich ideal mit einer Wanderung über das Sainte-Baume-Gebirgsmassiv verbinden. Da das Hochplateau kaum Schatten bietet, empfiehlt es sich, die Wanderung schon morgens zu beginnen – damit man sich beim Einbruch der Mittagshitze bereits auf dem Rückweg befindet, der zum Großteil durch schattige Eiben-, Linden- und Kiefernwälder führt. Im Anschluss an die Wanderung lohnt sich ein Abstecher in die Kleinstadt Saint-Maximin-la-Sainte-Baume. Die Provinzstadt, in der Maria begraben sein soll, war über viele Jahrhunderte eines der wichtigsten Pilgerziele Frankreichs.
Frankreich: Wanderungen ins Blaue: Auf literarischen Spuren und GPS-kartierten Routen entlang der Cote d’Azur
Der Nürnberger Ralf Nestmeyer, seit Jahren ein passionierter Südfrankreich-Reisender, hat vor wenigen Monaten einen neuen Provence-Wanderführer herausgegeben. Das Buch, das 38 GPS-vermessene Touren enthält, stellt neben zahlreichen Routen durch das Binnenland auch einige der schönsten Küstenwanderungen vor. Ganz in der Nähe von Nestmeyers Wanderrouten findet sich das Küstenstädtchen Sanary-sur-Mer. In den 30er Jahren lebten hier unter anderem Leon Feuchtwanger und Ludwig Marcuse, Arnold und Stefan Zweig, Heinrich und Thomas Mann, Egon Erwin Kisch und Arthur Köstler, Theodor Wolff und Joseph Roth, Hermann Kesten und Franz Werfel.
Deutschland: Von Kaisern und Knochenhauern – Mit Gunzelin von Wolfenbüttel durch Braunschweig
Gunzelin von Wolfenbüttel, ein Truchsess und Ministraler des Welfenkaisers Otto IV. und später des Stauferkaisers Friedrich II, feiert in Braunschweig derzeit Wiederauferstehung. Seit Mai 2009 ist der Truchsess eine der beiden Hauptfiguren eines Audioguides, der Besucher auf mittelalterlichen Spuren durch die Braunschweiger Innenstadt führt.
Ungarn: Elefanten im Taj Mahal und eine Weltkugel auf dem Dach: Jugendstil-Attraktionen in Budapest
In der Blütephase Budapests, von 1890 bis 1914, gestaltete der Avantgarde-Architekt und Jugendstil-Pionier Ödön Lechner, von Kunstliebhabern auch als der ungarische Gaudí bezeichnet, unter anderem das Kunstgewerbemuseum, das Geologische Institut und die Postsparkasse. Imposante Jugendstilarchitektur entdecken Budapest-Besucher aber auch im Zoo der Donaumetropole – besonders im 1907 erbauten Elefantenhaus, das dem Taj Mahal nachempfunden ist, und in der Honvéd-Straße im Stadtzentrum: Im 1903 erbauten Bedö-Haus, einem der schönsten Jugendstilwohnhäuser der Stadt, präsentiert der Sammler Tivadar Vad auf drei Etagen eine beachtliche Art Nouveau-Kollektion.
Ungarn: Entdeckungen im achten Bezirk: Mit Manó Domján und Gyuri Baglyas durch die Budapester Josefstadt
Wer die ungarische Hauptstadt Budapest besucht, spaziert durch das Burgviertel, besichtigt die Fischerbastei, kurt im Rudas-Bad, gönnt sich einen Opernbesuch oder flaniert am Donauufer entlang. So war es jedenfalls bisher. Manó Domján und Gyuri Baglyas wollen dies nun ändern. Die beiden jungen Soziologen führen Besucher seit dem vergangenen Jahr durch die so genannte Josefstadt – den 8. Bezirk Budapests, einen Stadtteil, der wegen seines teilweisen Verfalls, des hohen Roma-Anteils und seines Rufs als ehemaliger Sündenpfuhl der ungarischen Hauptstadt nicht gerade zu den besten Vierteln der Donaumetropole zählt.
Ungarn: Marx und Lenin im Museum: Budapests beispielhafter Umgang mit dem kommunistischen Erbe
Rund vierzig Statuen und Denkmäler finden sich derzeit in einem Erinnerungspark, der bereits 1993 eröffnet wurde und der ursprünglich als ein Leningarten angedacht war, dann jedoch breiter angelegt wurde. Der Statuenpark am Stadtrand von Budapest, in dem sich Denkmäler für Marx und Engels und Lenin ebenso finden wie für hohe ungarische Funktionäre, aber auch für unbekannte Rotarmisten, ist kein Wallfahrtsort für Nostalgiker, sondern eine Dokumentationsstätte, die an den Fall des kommunistischen Ostblocks erinnert - und die als Mahnmal gegen Tyrannei auch zwanzig Jahre nach der Grenzöffnung noch reichlich Zulauf erfährt.
Russland: Die Wasserwege der Zaren: Auf der MS Anton Tschechov von Moskau nach St. Petersburg
Die „MS Anton Tschechov“ und ihre Besatzung stammen zwar aus Rostow am Don, doch in den Sommermonaten pendelt das komfortable, in Österreich gebaute Drei-Sterne-Flusskreuzfahrtschiff durchgehend zwischen Moskau und Sankt Petersburg. „Unterwegs auf Russlands Wasserwegen“ lautet das Motto einer zwölftägigen Flusskreuzfahrt, die ermöglicht, die beiden Weltstädte Moskau und Sankt Petersburg kennen zu lernen, die aber auch in Städten wie Uglitsch und Jaroslawl und auf der Museumsinsel Kischi Halt macht.
Deutschland: Vom Lemberg nach Beuron – der Donauberglandweg verbindet die Schwäbische Alb mit dem Donautal
Der rund sechzig Kilometer lange Donauberglandweg, ein neu ausgeschilderter Qualitätswanderweg, durchquert bunte Mischwälder und Wacholderheiden, führt über Hochflächen und an Hangkanten entlang, passiert schroffe Felsen und wildromantische Täler. Die Wanderung vom Lemberg nach Beuron bietet eine ideale Möglichkeit, den Verlauf der oberen Donau kennen zu lernen, die zwischen Mühlheim und Beuron noch ein kleines, unscheinbares Flüsschen ist, das von gemütlichen Städtchen, markanten Kalksteinfelsen sowie Burgen, Schlössern und Klöstern gesäumt wird.
Niederlande: Aufbruch zu neuen Ufern: Die Hafenmetropole Rotterdam erfindet sich neu
Dort, wo früher ein Zentrum des niederländischen Kolonialhandels war, woran heute noch Aufschriften wie „Borneo“, „Sumatra“ und „Java“ an den alten Lagergebäuden erinnern, hat sich eine hippe und schicke Atmosphäre entwickelt, geprägt durch einen kontrastreichen, aber gelungenen Mix aus Alt und Neu. So sind es vom Gebäude des World Port Centers, einem 124 Meter hohen runden Glaspalast, der vom britischen Stararchitekten Sir Norman Forster entworfen wurde, nur wenige Meter bis zum Hotel New York, einem Luxushotel, das im 1901 gebauten Verwaltungs- und Abfertigungsgebäude der Holland-Amerika-Linie untergebracht ist.
Niederlande: Schmucke Federn, große Klappe: Die niederländische Königsstadt Den Haag gibt sich kunstsinnig
Den Haag ist eine von vier niederländischen Städten, die sich in den Jahren 2009 und 2010 als „Holland Art Cities“ präsentieren. Neben dem Mauritshuis, in dem zahlreiche Werke von Rembrandt und Rubens sowie „Das Mädchen mit dem Perlohrgehänge“ von Jan Vermeer zu bewundern sind, beteiligt sich auch das Den Haager Gemeentemuseum an dem über zwei Jahre angelegten Kunst-Event, das 25 Ausstellungen in zehn verschiedenen Museen umfasst. Für Kunstfreunde lohnt sich in Den Haag aber nicht nur der Museumsbesuch. Auch Klassik, Theater und Jazzfestivals wie „The Hague Jazz“ oder Pure Jazz sind einen Abstecher wert. Und Shoppingliebhaber finden im Zentrum der traditionsreichen Königsstadt nicht nur Dutzende von Galerien sowie exklusive Boutiquen, sondern auch rund 150 Antiquitätenläden.
Kroatien: Der alte Wein und das Meer: Die Halbinsel Pelješac ist ein Eldorado für Rotweinfreunde
Auf der Halbinsel Pelješac, die wie ein sechzig Kilometer langer ausgestreckter Finger in die Adria reicht, haben sich 44 Winzer und drei Agrotourismus-Anbieter zu einer Weinstraßeninitiative zusammengeschlossen, die Süddalmatien-Urlauber dazu ermuntert, direkt beim Winzer die hervorragenden trockenen und fruchtigen Rotweine der Region zu kosten und dabei zugleich auch die Weinkeller zu besichtigen. Oft ergibt sich dabei auch die Gelegenheit, die würzigen dalmatinischen Schinken- und Käsesorten zu kosten, meist in urigen Kellergewölben.
Kroatien: Drei Heilige, ein Weltreisender und ein Gläschen Grk: Die Insel Korčula in Süddalmatien bietet Adriaidylle pur
Mit ihren eng aneinander gelehnten Häusern wirkt die autofreie Innenstadt Korčulas, in der angeblich der Chinareisende Marco Polo geboren wurde, wie eine Art Freilichtmuseum. Doch im Gegensatz zu Dubrovnik, das von Kreuzfahrtpassagieren überrannte wird, ist die Atmosphäre in der 5000-Einwohner-Stadt ruhiger und heimeliger. Die Sonneninsel Korčula setzt nicht auf Tagesgäste, sondern auf Besucher, die länger bleiben – sei es als Badeurlauber, Wanderer oder Kulturtouristen.
Kroatien: Die stolze Republik Ragusa: Dubrovnik gestern und heute
Früher hielt eine knapp zwei Kilometer lange und bis zu sechs Meter dicke Steinmauer feindliche Truppen davon ab, die Stadt Ragusa zu erobern. Heute hält diese Mauer einen anderen Feind vom historischen Stadtzentrum fern – gewaltige Blechlawinen, die sich tagtäglich durch die Außenbezirke des beliebten dalmatinischen Touristenziels schieben. Während in der Vorstadt Motoren brummen und ungeduldige Fahrer im Stau auf die Hupe drücken, hört man in der Innenstadt Dubrovniks – so der heutige Name Ragusas - vor allem das Geschrei der Mauersegler.
Spanien: Chorizo, Cabracho und Cabrales – eine kulinarische Reise durch das grüne Spanien
Seehecht und Cabracho, Venusmuscheln und Tintenfische, Seeteufel und Garnelen, Stockfisch und Seeigel, Sardinen, Anchovis und Thunfisch sind aus der Küche Kantabriens und Asturiens nicht wegzudenken. Doch nicht allein das Meer prägt den Speisezettel in „España Verde“, dem grünen Spanien. In der regenreichen, hügligen und überaus fruchtbaren Region finden sich auch würzige Blauschimmelkäse sowie deftige Fleisch- und Wurstwaren. Paprikahartwürste, so genannten Chorizos, und schwarze Blutwürste, die Morcielles, werden nicht nur als Häppchen oder zum Brot gegessen, sondern sind auch aus der Fabada nicht wegzudenken - einem Eintopf aus weißen Bohnen, der von vielen als das Nationalgericht Asturiens angesehen wird.
Spanien: Camino Primitivo und Ruta del Norte – die Ursprünge des Jakobswegs liegen in Oviedo
Für Jakobspilger ist die Klosterkirche Santa Juliana in Santillana del Mar ein wichtiges Etappenziel. Zumindest, wenn sie die Küstenvariante des mittelalterlichen Jakobswegs gewählt haben, die älter und geschichtsreicher ist als der Camino Francés im Landesinneren. Die Route entlang der Nordküste macht Station in Santander, Santillana del Mar, Llanes, Villaviciosa und Gijón. Lohnenswert ist es, einen Abstecher nach Oviedo einzuplanen. Nicht nur wegen architektonischer Perlen wie Santa Maria de Naranco und San Miguel de Lillo, zwei präromanischen Kirchen, sondern auch, weil der asturische König Alfons II., der erste Jakobspilger überhaupt, von Oviedo aus die Pilgertradition begründete.
Tschechien: Mehr als nur Schnabeltassen: Bierbäder, Kälteschocks und Heilwasser aus dem Uranbergwerk locken Kurgäste und Wellness-Liebhaber nach Böhmen
Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, drei traditionsreiche böhmische Kurorte, die ihrem Aufschwung vor allem der Schnabeltasse und der Trinkkur verdankt haben. Doch die tschechischen Bäder, die in den vergangenen 15 Jahren zum Großteil liebevoll restauriert wurden, setzen längst auch auf andere Märkte: Etwa auf Gesundheitstourismus aus der arabischen Welt und auf Wellness- und Beautyangebote für die junge Generation. Dazu kommen Nischenangebote, wie ein gesundheitsförderndes Bier-Bad, die Behandlung mit radiumhaltigem Wasser aus einem ehemaligen Uranbergwerk und die Kyrotherapie, bei der die Patienten kurzzeitig einer Extrem-Tiefsttemperatur von -160 Grad ausgesetzt werden.
Tschechien: Karlsbad und Marienbad – zwei böhmische Jungbrunnen
„Da ruht das Herz, und nichts vermag zu stören. Den tiefsten Sinn, den Sinn, ihr zu gehören.“ Johann Wolfgang von Goethe war 74 Jahre alt, als er diese Verse schrieb. Die Liebe des greisen Dichterfürsten zur gerade 19-jährigen Ulrike von Levetzow blieb unerwidert. Goethe, der gehofft hatte, dass Ulrike, die er in Marienbad getroffen hatte, ein Jungbrunnen für ihn sein könnte, war fassungslos. Marienbad ist seither zu einer Stadt mit mehr als 14.000 Einwohnern herangewachsen. Doch eines scheint gleich geblieben zu sein: Viele Kurgäste erhoffen sich, auf einen Jungbrunnen zu stoßen. Nicht unbedingt in Form eines 19-jährigen adligen Töchterleins, sondern eher in Form von Anti-Cellulite-Massagen, Laserbehandlungen gegen Falten oder durch zellverjüngende Sauerstoffbehandlungen.
Italien: Safranreis, Trüffelspaghetti und Fasanenragout – ein kulinarischer Streifzug zwischen Pisa und Florenz
Jedes Jahr im November kommen Trüffelfreunde aus aller Welt zum Trüffelfestival in die Kleinstadt San Miniato. Das wichtigste Gericht während des Trüffelfestes ist einfach, aber überaus schmackhaft: Bandnudeln, die mit Butter und weißer Trüffel serviert werden. Rund 25 Kilometer von San Miniato entfernt, in Orentano, bereitet Fernando Segnzlini kulinarische Spezialitäten ganz anderer Art zu. Der 61-jährige Schlachter verarbeitet Wildschweine und Fasane aus der Region zu schmackhafte Wildprodukten – vom Wildschweinschinken bis zum Fasanensauce. „Ich habe nur wenige Saucen im Angebot, aber dafür sind diese sehr, sehr gut“, versichert Fernando. In der Gemeinde Montopoli kultiviert Familie Andreini neben Mignolo-Oliven und Mispeln inzwischen auch Safran. „Safran“, so beteuert Riccardo Andreini, „hat sehr viele Vitamine – und sein Betakarotin ist 1000 Mal kräftiger als das einer Karotte.“
Italien: Fünf auf einem Streich: touristische Neuentdeckungen im Nordwesten der Toskana
Wer eine Toskana-Reise plant, denkt dabei meist an traditionsreiche und altehrwürdige Städte wie Florenz, Pisa, Siena, Lucca und San Gimignano. Wenn es nach dem Consorzio Turistico Colline Valdarno geht, einem Zusammenschluss von Touristikanbieter und Gemeindeverwaltungen in der sanften Hügellandschaft des Arnotals, wird sich dies bald ändern. Neben geschichtsträchtigen, aber touristisch überlaufenen Kunststätten, so der Wunsch der Mitglieder des Konsortiums, sollen Toskana-Urlauber künftig auch kleinere und bislang noch unbekannte Toskana-Städtchen besuchen. Beispielsweise Santa Maria a Monte, Montopoli oder San Miniato. Diese Städte haben zwar keinen schiefen Turm, keine Medici-Kapelle und keine Opera del Duomo zu bieten, doch ihre Schönheiten und Attraktionen brauchen sich nicht zu verstecken.
Deutschland: Urlaub auf dem Wasser: Mit Hausboot und Kajak durch das Reich der tausend Seen
Rund ein Viertel der Landesfläche Mecklenburg-Vorpommerns, des am dünnsten besiedelten deutschen Bundeslandes, steht unter Naturschutz. Aus diesem Grund bietet die Mecklenburger Seenplatte, das größte zusammenhängende Wasserrevier Mitteleuropas, die idealen Voraussetzungen für naturnahen Urlaub. Egal ob Segler oder Angler, Hausbootsurlauber oder Kajakfahrer, hier findet jeder sein persönliches Idyll am Wasser.
Deutschland: Von den Zicker Bergen zum Königsstuhl: Aktive Urlauber schützen die Naturschätze Rügens
Wer nach Rügen in den Urlaub fährt, kann Strand und Seebad-Atmosphäre erleben, er kann segeln oder auf den Spuren des Piraten Störtebekers wandeln. Oder aber, er setzt sich aktiv für den Naturschutz ein. Wie das geht? Seit mehreren Jahren arbeitet die Appartementvermietung Rügen mit den Naturschutzbund NABU und den WWF zusammen – und lässt Urlauber unter Anweisung Schwalbennester zählen, Insektenhotels bauen und die Küstenqualität überprüfen.
Deutschland: Drachenboote und Schwimmschuhe, Meisterseglerinnen und Kobolde: Der Schweriner See, ein Eldorado des Wassersports
Etwa 5000 Boote sind in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns registriert, insgesamt neun Segelvereine haben in der Stadt Schwerin und in der Umgebung ihren Sitz. Das ganze Jahr über locken verschiedenste Wettkämpfe: Segelregatten und Drachenbootrennen, Langstreckenschwimmen und – einmalig in Deutschland – ein Wettkampf im Über-das-Wasser-gehen.
Deutschland: Auf jeder Feder ein Auge: Kranichland Mecklenburg-Vorpommern
Deutschlands schönste Halbinsel – mit diesem Slogan wirbt der Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst um Gäste. Zumindest unter den größten und prachtvollsten der europäischen Zugvögel, den Kranichen, scheint sich das längst herumgesprochen zu haben: In der Zeit von September bis November rasten zehntausende dieser imposanten Ruderflieger in den vorpommerschen Boddengewässern. Von Beobachtungsständen am Festland sowie von Booten aus können Urlauber den Kranich-Einflug erleben. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft lohnt sich jedoch nicht nur deshalb. Ebenfalls faszinierend: Die von Wind, Wetter und Frost geformten Dünen- und Waldlandschaft.
Portugal: Quadratisch, praktisch, schön: Lissabon, die Stadt der Azulejos
Keine andere europäische Hauptstadt ist besser geeignet, auf den Spuren der Azulejo-Kunst zu wandeln, als die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Hier findet sich das Museu Nacional do Azulejo, das den Werdegang der Schmuck-Fliesen über sechs Jahrhunderte dokumentiert. Auch die Lissabonner Kirchen und Klöster sind mit Azulejos verkleidet, ebenso wie Brunnen und Metro-Stationen. Eine aus Deutschland stammende Stadtführerin bietet Themenspaziergänge an, die deutlich machen, dass der Lissabonner Kachelrausch selbst Bürgerhäuser, Tabakläden und Arbeitersiedlungen erfasst hat.
Portugal: Die etwas andere Tagestour - im Motorrad-Beiwagen von Lissabon nach Sintra
Ein Tagestour mit Flair - wer mit João Soares durch Lissabon, zum Cabo da Roca oder nach Sintra fährt, erlebt einen Ausflug der besonderen Art. Im Beiwagen eines nahezu originalgetreuen Nachbaus der BMW R 71 aus den 40er Jahren erschließt sich portugiesische Hauptstadt und die angrenzende Küstenregion mit Fahrtwind um der Nase und Rundum-Panoramasicht ohne störende Scheiben. Eine Nostalgie-Fahrt, bei der bewundernde Blicke garantiert inklusive sind.
Portugal: Fahrkarte in die Rua dos Douradores - Auf den Spuren Fernando Pessoas durch Lissabon
Eine Stadt aus der Perspektive ihres wichtigsten modernen Schriftstellers kennen lernen - ein literarischer Spaziergang erschließt Lissabon auf den Spuren Fernando Pessoas. Der 1935 verstorbene Autor war Stammgast im Café Brasileira im Chiado und im Martinho do Arcada an der Praça do Comércio. Er wohnte am Largo do Carmo und arbeitete als Handelskorrespondent in der Unterstadt. Nicht nur, aber auch in der Rua dos Douradores. "Hätte ich die Welt in der Hand", so Pessoa im "Buch der Unruhe", "so würde ich sie doch, dessen bin ich sicher, gegen eine Fahrkarte in die Rua dos Douradores eintauschen." Bei ihrem gut zweistündigen Pessoa-Spaziergang zitiert die aus Westfalen stammende Wahl-Lissabonnerin Simone Klein Schlüsselpassagen aus Pessoas Werken und zeigt ihren Besucher gleichzeitig einige der charmantesten Straßen und Plätze Lissabons.
Türkei: Mit Kaptan Bayram auf blauer Reise
„Blaue Reise“, so nennt sich in der Türkei eine Reiseform, die seit etwa zwanzig Jahren immer populärer wird. Statt in luxuriösen Strandhotels mit All inclusive-Angebot übernachten die Gäste auf einem Motorsegler in kleinen Zweierkabinen mit eigener Dusche – oder aber, noch viel romantischer, auf blauen Schaumstoffmatten an Deck, mit Blick auf den Sternenhimmel. Einer der Kapitäne, der Gäste auf seiner hölzernen, 24 Meter langen Gulet zu den schönsten Buchten und Stränden der Südwesttürkei fährt, ist der 55-jährige Bayram Ilhan. Quirlige Touristenmetropolen wie Bodrum und Marmaris liegen ebenso auf seiner Route wie einsame Buchten und antike Stätten, etwa die Ruinen der Stadt Knidos, die vor mehr als 2000 Jahren wegen ihrer nackten Aphrodite berühmt war.
Österreich: Auf den Spuren von Sisi und Kaiser Franz Joseph: Am 18. August erwacht die kuk-Monarchie in Bad Ischl zu neuem Leben
An keinem Tag wird die kuk-Vergangenheit Bad Ischls so lebendig wie am 18. August, wenn die Kurstadt im Salzkammergut traditionell den Geburtstag von Kaiser Franz Joseph feiert. Dabei steht eine Kaisermesse ebenso auf dem Programm wie ein Treffen von Traditionsregimentern in historischen Uniformen. Viele der weiblichen Besucher Bad Ischls hingegen identifizieren sich trotz der Kaiserfeierlichkeiten eher mit Kaiserin Elisabeth, der legendären Sisi, deren Spuren vor allem in der ehemaligen Sommerresidenz des Kaisers aufzufinden sind. Hier ist das Hochzeitstaschentuch Elisabeths ebenso zu sehen wie eine Nachbildung ihrer Totenmaske. Auch Elisabeths privates Schreibzimmer kann bestaunt werden und im roten Salon finden sich zwei Spiegel, zwischen denen die äußerste figurbewusste Kaiserin einst ihre Körperübungen durchgeführt hat.
Rumänien: Auf den Fährten von Bären und Wölfen - Schauergeschichten und unberührte Natur in den rumänischen Karpaten
Die unberührte Natur und die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt locken zahlreiche Wanderurlauber in die rumänischen Karpaten: Orchideen und wilder Thymian, Pechnelken und Klappertöpfe wachsen überall an den Wegesrändern. Wer Bären und Wölfe sehen will, muss sich hingegen vom Förster zu ausgewählten Hochständen führen lassen oder eine Wolfshütte im Burzental besuchen, die lange Zeit Sitz eines Großräuber-Forschungsprogramms war. Nicht weit davon entfernt thront Schloss Bran (Törzburg) auf einem steilen Felsen, eine Burg, die einst der rumänischen Königin Maria gehörte und die seit dem 70er Jahren als Draculaschloss vermarktet wird.
Portugal: Quinta statt Finca - Auf der Blumeninsel Madeira locken stilvolle Herrenhäuser inmitten von Strelizien, Hortensien und Bougainvillen
Wer auf Madeira Urlaub macht, sucht in der Regel keine Ballermann-Atmsphäre und keine durchtanzten Disconächte, sondern aktiven Naturgenuss - verbunden mit Ruhe und Entspannung. Wo ließe sich dieser Wunsch idealer realisieren, als in einer großzügigen Anlagen, deren Kern ein historisches Herrenhaus bildet und die von einem liebevoll gestalteten Garten umgeben ist? Glücklicherweise hat Madeira etliche solcher Perlen zu bieten, denn viele Herrenhäuser - auf Madeira Quinta genannt - die früher einheimische Zuckerbaronen, reichen Weinbauern oder britischen Händlern oder Adligen vorbehalten waren, öffnen mittlerweile ihre Türen für Besucher. Die meisten der sechzehn Quintas, die sich zu den "Quintas da Madeira" zusammengeschlossen haben, befinden sich inmitten großzügiger Gartenanlagen - allein im botanischen Garten der Quinta Splendida können mehr als 650 verschiedene Pflanzen und Blumen bewundert werden.
England: In sein, ohne arm zu werden: Kostenlose Museen und die Märkte im East End bieten viel London für wenig Geld!
Die Nationalgalerie ist nur eines von rund einem Dutzend Museen, die in London völlig kostenfrei besucht werden können - darunter auch die National Portrait Gallery, das British Museum, mit seinen sehenswerten Sammlungen von Funden aus Griechenland, Ägypten und Südasien, die Kunstgalerien Tate Britain und Tate Modern sowie das Victoria & Albert Museum. Wer einen London-Besuch günstig gestalten will, sollte sich auch auf den traditionellen Märkten umsehen - insbesondere im Eastend. Ein T-Shirt für 3 Pfund oder eine Hose für 5 Pfund - auf dem sonntäglichen Straßenmarkt in der der Petticoat Lane, der sich eher an Einheimische als an Touristen richtet, ist das kein Problem. Ebenfalls lohnend: Ein Bummel über den größten Blumenmarkt Londons, den Flower Market in der Columbia Road, auf dem Blumen, Grünpflanzen und Gartenbedarf verkauft werden. Ähnlich wie am Hamburger Fischmarkt preisen die Händler lauthals ihre Waren an - und wer mehr kauft, bekommt seine Blumen natürlich billiger.
England: Dampflokomotiven, Irrgärten und Tarzansprünge - der Lake District bietet mehr als nur Wanderwege
Etwa eine Tonne Kohle, berichtet Lokführer Tim Servin, der mit rußgeschwärzten Händen im Führerhaus steht, verbraucht seine Lokomotive pro Tag. Eine Arbeit, bei der man sich schmutzig macht, doch Tim Servin stört das nicht: "Wenn wir hier nicht wären, hätten viele Kinder gar keine Chance mehr, eine echte Dampflokomotive zu sehen." Eine weitere Familienattraktion des Lake Districts findet sich an der Straße Richtung Kendal. Graham und Jane Wadswoth betreiben dort das erste Maisfeld-Labyrinth im Lake District. Wem der Irrgarten noch zu wenig Herausforderung bietet, für den empfiehlt sich ein Abstecher in den Grizedale Forest, wo hoch oben zwischen den Baumwipfeln Mutproben bestanden werden können, darunter ein echter Tarzansprung.
Norwegen: Per Pedes um den Vinjefjorden: Fjordwandern und Inselhüpfen an der Westküste Norwegens.
Die Nordroute der Wanderung um den Vinjefjorden beginnt in Tømmervåg und führt anfangs über mehrere Inseln. Die ein- oder zweiwöchige Tour lockt vor allem durch ihre landschaftliche Faszination - durch die Verbindung von Küste und Bergen, von Felsen und Wiesen, von Blicken über das blaue Wasser der Schärenküste bis zur spektakulären Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel des Trollheimen-Massivs. Plätschernde Bäche, im Sommer nur Rinnsale, aber während der Schneeschmelze massive Wasserfälle, steinige Pfade, schattige Wälder und, da die Baumgrenze hier sehr niedrig liegt, mit Felsen durchsetzte Gras- und Heidelandschaft - wer Ruhe und Einsamkeit sucht, wer Erdung sucht und nicht Zerstreuung, ist hier genau richtig.
England: Ein Hase namens Peter: Auf den Spuren Beatrix Potters durch den Lake District
Die berühmte Kinderbuchautorin Beatrix Potter, die nichts mit Harry Potter, aber dafür viel mit der Kultfigur Peter Rabbit zu tun hat, ist die Initiatorin des Naturschutzes im englischen Lake District: Als sie mit dem Buch "Peter Rabbit", das im Jahr 1903 erstmals erschien und bis heute als eines der beliebtesten englischen Kinderbücher gilt, wohlhabend geworden war, kaufte sie sich die Farm Hill Top und hielt dort Schafe. In der Erlebnisausstellung "World of Beatrix Potter" in Bowness-on-Windermere werden alle 23 Beatrix-Potter-Geschichten, darunter Mrs. Tiggy-Winkle, Jemima Puddle-Duck, Benjamin Bunny und Mrs. Moppet, als Figurenensemble dreidimensional dargestellt.
Frankreich: Montbéliard-Wurst, Comté-Käse und Crémant – kulinarische Köstlichkeiten zwischen Vogesen und Burgund
Die Franche-Comté, eingezwängt zwischen den Vogesen und dem Burgund, ist eine Transitregion, die viele Besucher nur durchfahren. Doch das Jura-Gebirge, das Plateau der Tausend Seen und das Departement Haute-Saône bilden eine Region, wie sie landschaftlich abwechslungsreicher kaum sein könnte. Die wahren Schätze dieser Gegend entdeckt allerdings erst, wer Gelegenheit hat, die kulinarischen Spezialitäten der Region ausgiebig zu kosten. Bei Chardonnay oder Savagnin aus dem Jura, bei Strohwein oder jungen Poulsard lassen sich Räucherschinken und Montbéliard-Wurst, Morbier- und Munsterkäse, frische Forellen mit Bleu-Käse und Masthuhn mit Morillen in Vin-Jaune-Sauce so richtig genießen.
Estland: Neues Denken hinter mittelalterlichen Mauern – die Hafenstadt Tallinn zwischen Hightech und Hanse
Ob im Hotel oder im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Flughafen. Überall in Tallinn sind so genannte Wifi-Ports aufgebaut, dort finden Laptop-Nutzer bequemen und einfachen Zugang zum Netz. Veljo Haamer ist einer der Pioniere dieser Hightech-Entwicklung, doch wenige Hundert Meter von seinem Büro entfernt bietet die estnische Hauptstadt Tallinn ein ganz anderes Bild. Im Restaurant „Olde Hansa“ ertönt mittelalterliche Lautenmusik, Kellnerinnen und Kellner in historischen Kostümen servieren Schweinefleisch mit gedünstetem Sauerkraut, Zwiebelmarmelade und Honigbier.
Litauen: Kirchen, Künstler, schräge Vögel – Begegnungen diesseits und jenseits derVilnia
Vilnius, die Hauptstadt Litauens, ist mittlerweile eine Art doppelte Hauptstadt geworden ist. Denn jenseits des Flusses Vilnia, in Uzupis beginnt das Reich von Romas Lileikis, des Präsidenten der autonomen Republik Uzupis. „Wir haben eine eigene Währung, einen eigenen Nationalfeiertag, eine eigene Fahne und sogar eigene Briefmarken“, erläutert Darius Cepas, der seit sieben Jahren in Uzupis lebt. Seither hat sich das frühere Problem-Viertel zu einem In-Stadtteil entwickelt. Doch auch diesseits der Vilnia hat Vilnius einiges zu bieten: Die Altstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist von der altehrwürdigen Universität und vom Barockstil geprägt. Und von den rund fünfzig Kirchen, die Vilnius beherbergt.
Litauen: Auf den Spuren Thomas Manns durch die Dünen: die Kurische Nehrung zwischen Sandkrug und Nidden
Die landschaftliche Hauptattraktion der Nehrung ist nicht das Haff oder die Ostseeküste, nein, es sind die gewaltigen Dünen, die zuweilen fast an die Sahara erinnern. „Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel. Immer wieder überkommt mich hier der Eindruck des Elementarischen, wie ihn sonst nur das Hochgebirge oder die Wüste hervorruft“, sagte Thomas Mann, der sich bei seinem ersten Besuch auf der Kurischen Nehrung spontan entschloss, dort ein Sommerhaus bauen zu lassen. Mann schwärmte von der unvergleichlichen Farbenpracht des Himmels und von der gewaltigen Wucht des Meeres.
Lettland: Jugendstil und Badespass – Von Riga nach Jurmala
Johann Gottfried Herder und Richard Wagner werden in Riga hoch verehrt, das Lenin-Denkmal bei Burg Cesis im Norden Lettlands jedoch liegt in einer Holzkiste, die anmutet wie ein Sarg. „In der Zwischenkriegszeit, insbesondere in den 20er Jahren, war Riga wirtschaftlich gleichauf mit Großstädten in Dänemark oder Finnland“, berichtet Andris Gobins. Eine Tradition, an der man gerne wieder anknüpfen möchte – doch das Erbe der sowjetischen Zeit lastet noch immer auf der Stadt, die vor über 800 Jahren vom Bremer Albrecht von Buxthoeven gegründet wurde. Ironie der Geschichte: Michail Eisenstein, der Vater des genialen Agitprop- Regisseurs Sergej Eisenstein wirkte in Riga als Architekt – und schuf viele der faszinierenden Jugendstil-Bauten, die heute Besucher aus aller Welt in die Alberta- und die Elizabetes-Straße locken – und die einer der Gründe sind, dass Riga im Jahr 1997 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.
Deutschland: Von Bauernhof zu Bauernhof: Auf Strohtour um den Bodensee
Kühe und Ziegen füttern, im Stroh schlafen, mit Plastiktraktoren spielen – eine Strohtour rund um den Untersee bietet Familien mit Kindern ein Urlaubserlebnis der besonderen Art. Auf kindgerechten Etappen geht es per Fahrrad von Bauernhof zu Bauernhof. Für einen Zwischenstopp bieten sich zahlreiche Seebäder ebenso an wie interessante Schlösser und Museen. Ausgangspunkt der 3-Tages-Fahrradtour ist der Zelglihof im schweizerischen Ermatingen. Hier betreiben Margrit und Walter Kreis ein Heu- und ein Strohhotel. „Wir haben vor allem naturverbundene Gäste, also Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten. Und für Familien mit Kindern ist natürlich auch der Preis interessant – denn Schlafen im Stroh ist deutlich billiger als im Hotel“, erklärt Bäuerin Margrit Kreis...
Deutschland: „Tausche Krebs gegen zwei Libellen“: Urlaub im Steinbruch – im Naturpark Altmühltal boomt der Fossilientourismus.
An besonders lebhaften Tagen zählt die 49-jährige Kioskbetreiberin Romana Matzner schon einmal 350 bis 380 Besucher im Steinbruch Blumenberg. Viele davon bleiben nur ein, zwei Stunden. Hammer und Meißel können gegen eine kleine Gebühr bei Frau Matzner ausgeliehen werden. Familien mit Kindern, die ein, zwei Stunden lang ihr Glück probieren wollen, stellen das Gros der Besucher im Steinbruch Blumenberg – doch es gibt auch Fossilienjäger, die ihren gesamten Jahresurlaub hier verbringen: „Es ist eine Sucht – die Goldsucher, die haben den Goldrausch, und wir hier, wir haben den Fossilienrausch“, gesteht einer von ihnen.
Deutschland: Wo Steine Geschichten aus der Urzeit erzählen - eine Zeitreise zu den naturkundlichen Museen im Naturpark Altmühltal
Gleich mehrere Originale des legendären Urvogels Archaeopteryx sind nur eine von mehreren Attraktionen, mit denen drei naturkundliche Museen im Naturpark Altmühltal die Besucher in die 150 Millionen Jahre zurückliegende Zeiten entführen. Auch versteinerte Quastenflosser und Meereskrokodile, Ammoniten, Riesenlibellen und Flugsaurier erinnern an längst vergangene Lebensformen. Besucher des Bürgermeister-Müller-Museums Solnhofen, des Jura-Museums in Eichstätt sowie des Museums Bergér können nicht nur Evolutionsgeschichte anhand einzigartiger Fossilien nachvollziehen, sondern auch auf Fossilienpfaden wandern und sich mit den einzigartigen lithographischen Eigenschaften des Solnhofener Plattenkalks vertraut machen
Kroatien: Radfahren auf den Spuren Winnetous: Mit Rad und Schiff durch die Kvarner Bucht
Aktivurlaub statt Badeferien – beim Inselhüpfen mit Rad und Schiff entdeckt man Kroatien von einer anderen Seite. Inseln wie Pag, die dem Borawind ausgesetzt sind, wirken fast wüstenähnlich, andernorts wachsen Weintrauben und Oliven. Bilderbuchstädtchen mit venezianischen Glockentürmen sind ebenso anzutreffen wie versteckte Badebuchten. Organisierte Rad-Schiff-Kreuzfahrten mit dem Motorsegler Plomin liegen im Trend. Sie beginnen in Rijeka und führen über Cres, Lošinj, Dugi Otok und die Käse- und Oliven-Insel Pag weiter nach Rab und Krk. Besonders reizvoll ist der Besuch der Insel Dugi Otok. Auf dieser Insel findet sich unter anderem der Salzwassersee Mir, an dem in den 60er Jahren ein Teil der Dreharbeiten für den Karl-Mai-Klassiker „Der Schatz im Silbersee“ durchgeführt wurde.
Griechenland: Bezaubernde Kykladen – die Insel Andros
Die Insel Andros, die zweitgrößte Insel der Kykladen, ist von den Touristenströmen noch weitgehend unberührt. Dabei bietet die wasserreiche Insel nicht nur eine üppige Natur (Zypressen, Mandel-, Feigen-, Aprikosen-, Nuss- und Olivenbäume und Berge mit bis zu 1000 Metern Höhe), sondern auch kulturelle Besonderheiten - wie ein üppig bestücktes Museum für moderne Kunst (das von einer Reederfamilie gestiftet wurde) und ein beispielhaftes archäologisches Museum. Dazu kommt: auf Andros wandelt man gewissermaßen auf den Spuren von Dionysos. Der Gott des Weines und des Rausches wurde auf der Insel ganz besonders inbrünstig verehrt - und verwandelte zum Dank dafür das Wasser zu Wein.
Schweiz: Dem Himmel so nah – Auf dem Planetenweg durch das Val d’ Anniviers
Zwischen Tradition und Moderne – so präsentiert sich das Val d’ Anniviers (Eifischtal) im Niederwallis. Das wildromantisch-ursprüngliche Tal zwischen Weinbergen und Gletschergipfeln ist für Besucher noch immer ein Geheimtipp. In dem Tal, dessen Bewohner vor 100 Jahren noch als Nomaden lebten, finden sich die typischen Waliser Stadel aus dunklem Lärchenholz. Doch oberhalb des Ortes St. Luc präsentiert das Val d’Anniviers, um das ein in fünf Tagen leicht zu bewältigender Rundwanderweg führt, auch von einer anderen Seite: In einer modern eingerichteten Sternwarte können interessierte Laien mit einem gewaltigen Spiegelteleskop den Sternenhimmel erkunden – und ein rund sechs Kilometer langer Planetenweg vermittelt auf spielerische Weise einen Einblick in die Dimensionen unseres Sonnensystems
Schweiz: Die mächtigen Viertausender immer im Blick: Wandertouren rund um Grächen
Mehr als fünfzig Jahre ist es her, dass die kleine Schweizer Gemeinde Grächen einen spektakulären Höhenweg am Rande des Saastals angelegt hat. Noch heute bietet der schmale Panorama-Pfad von Grächen nach Saas Fee den Besuchern eine der schönsten Wanderungen durch die Walliser Bergwelt – mit herrlichen Ausblicken bis weit in die Berner Alpen. Doch auch wer es weniger anstrengend wünscht, ist in Grächen, einem der sonnigsten Orte der Südalpen, bestens aufgehoben: Auf Themenpfaden und bei einer Spiele-Wanderung können sich die jüngeren Besucher austoben. Statt mit Wanderkarten orientieren sich die Kids dabei häufig mit einem modernen GPS-Gerät, das bei der Gemeindeverwaltung ausgeliehen werden kann.
Frankreich: Auf Tucholskys Spuren durch die Pyrenäen
Von August bis Oktober 1925 war Kurt Tucholsky rund zwei Monate lang gemeinsam mit seiner Frau unterwegs in den Pyrenäen. Dort besuchte er den Pic du Midi, dessen gewaltiges Observatorium ihn anmutete wie ein Märchenschloss, er verbrachte kurze Zeit in dem nach Schwefel riechenden Thermalort Cauterets und er wanderte zum höchsten Wasserfall Mitteleuropas – dem Cirque de Gavarnie, der auf ihn freilich weit weniger Eindruck machte als auf den französischen Romantiker Victor Hugo, der in dem bizarren, über 400 Meter hohen Wasserfall ein „Kunstwerk des Raubtiers Natur“ und als ein „Kolosseum des Chaos“ sah
Frankreich: Einmal im Leben über den Col de Tourmalet - Rennrad-Tourismus in den Hochpyrenäen
Es gibt viele Gründe in die französischen Pyrenäen zu fahren. Die urwüchsige Natur und die heilbringenden Thermalbäder, die zahlreichen Murmeltiere und Bartgeier, die jenseits der ausgetretenen Pfade anzutreffen sind, aber auch den schmackhaften Pyrenäenschinken und –käse. Dazu kommt die frische und gesunde Luft, die Erholung und Entspannung verspricht. Doch viele Besucher kommen hierher auch aus einem ganz anderen Grund. Sie wollen sich hier nicht erholen und entspannen, sondern sich abrackern – sie wollen ihre persönlichen Grenzen erfahren und beweisen, was in ihnen steckt. Und was wäre hierfür besser geeignet als der Tour de France zu folgen und den 2114 Meter hohen Col de Tourmalet mit dem Fahrrad zu erklimmen.
England: Wandern und Gruseln auf dem Cleveland Way
Der 176 Kilometer lange Cleveland Way ist einer von insgesamt 13 so genannten National Trails in England. Der Großteil des Weges, der meist an Klippen entlang führt, durchquert einen der ältesten Nationalparks Englands: den North York Moors National Park. Neben einer Beschreibung der verschiedenen Landschaften (hauptsächlich Hochmoor und Heideland sowie das Küstengebiet) und der Wandermöglichkeiten können auch am Weg gelegenen Orte vorgestellt werden: etwa das Städtchen Withby, im dem ein Teil von Bram Stokers Dracula-Roman spielt oder der Ort Ravenscar, in dem der verrückt gewordene King George von einem Irrenarzt behandelt werden musste.
Norwegen: Kreuzfahrt zum Gletscher - Norwegens Fjordwelt lockte schon Kaiser Wilhelm
Eine Fahrt durch den engen Geiranger-Fjord, vorbei an beeindruckenden Wasserfällen wie dem Brautschleier, den sieben Schwestern oder dem „Freier“, gehört nach wie vor zu den Höhepunkten einer Reise nach Westnorwegen. Wer vom Schiff aus die steilen Felsabhänge nach oben blickt, an denen sich kleine Büsche und Bäumchen geradezu in den Fels krallen und wo überall kleine Bäche, Rinnsale und Mini-Wasserfälle nach unten tröpfeln, sprudeln und krachen, kann sich vorstellen, wie hart der Existenzkampf auf den einsam gelegenen Fjordbauernhöfen gewesen sein mag. Aus Angst um das Leben ihrer Kinder hatten die Bauern diese zuweilen mit Seilen befestigt, damit sie nicht den Hang hinabstürzen. Etliche Höfe waren nur über Leitern erreichbar – kam der Gerichtsvollzieher oder der Steuereintreiber, zogen die eigensinnigen Bauern diese Holzleitern natürlich schnell weg.
Norwegen: Küstenstädte mit Flair – Ålesund und Bergen
Die Luft, sie riecht salzig in Ålesund, der Jugendstil-Stadt an der Westküste Norwegens, in der Hektik ein Fremdwort zu sein scheint. Während Norwegen sonst vor allem durch seine Natur beeindruckt, überrascht Norwegens Fischereimetropole Ålesund durch ihre Architektur. Die 40.000-Einwohner-Stadt gilt als eine der Zentren des europäischen Jugendstils, viele der Häuser sind mit Sonnenblumen, Trauben oder farbigen Ornamenten verziert. Ålesund gilt, ebenso wie das viel größere Bergen, als ein Tor zu den norwegischen Fjorden, die im Frühling und im Herbst ihr schönstes Gesicht zeigen. Doch während Ålesund wie eine Ergänzung wirkt zur Ruhe der Fjorde, bildet Bergen einen Kontrast. Die 235.000 Einwohner Stadt – die zweitgrößte des Landes - ist für norwegische Verhältnisse eine pulsierende Großstadt.
Schottland: Mit der Queen beim Baumstamm-Werfen – eine Reportage über die Highland Games
Zwanzig Zentimeter dicke Oberarme – mit solchen Maßen wären die meisten Bodybuilder wohl überglücklich. Der Schotte Francis Brebner, der vor fünf Jahren den Weltrekord im „Baumstammwerfen“ geschafft hat, ist mit seinen zwanzig Zentimetern allerdings unzufrieden. „Früher waren es mal 21“, erklärt der inzwischen 36-jährige, der zu den wenigen Schotten gehört, die das „tossing the caber“, das Werfen von Stämmen zum Beruf gemacht haben. Sechs Meter lang sind die Stämme, die er mit den Händen packt und in die Luft wirft. Ihr Gewicht: etwa ein Zentner. Die schottischen Highland Games werden in mehr als 100 verschiedenen Orten durchgeführt – und zwar in der Zeit von Juni bis September. Am populärsten ist das „Gathering of the Braemar Royal Highland Society“ unter der Schirmherrschaft von „her majesty the queen“. Insgesamt acht verschiedene Heavy Events stehen dort auf dem Programm, darunter das Tug-of-war, eine Art Tauziehen, sowie „Throwing the hammer“ und „Putting the stone“.
Schottland: Auf Geisterjagd in Edinburgh – ein Rundgang durch die Unterwelt
Justin Corzier trägt einen schwarzen Umhang, sein Gesicht wird von einer klein Taschenlampe in warmes Licht gehüllt. Eineinhalb Stunden lang will uns der 29-jährige das Gruseln lehren, uns durch verlassene Keller und Gänge in Edinburghs Unterwelt führen. Der „Ghost Hunter Trail“ ist eines von mehren Angeboten, das unheimliche, das ganz andere Edinburgh kennen zu lernen – die gespenstischen, grusligen und düsteren Seiten der schottischen Hauptstadt. Die Tour führt durch unterirdische Keller, in düstere Hinterhöfe und auf den Canongate-Friedhof, auf dem vormals „body snatcher“ auf der Suche nach Leichen waren...
Ungarn: Sisi-Renaissance in Ungarn
Echte Sisi-Fans erkennt Peter David sofort. „Ihre Augen strahlen, wenn sie nach Gödöllö kommen“, berichtet der 58-jährige Fremdenführer. „Wenn ich mit einer Führung anfange, brauche ich nur herumschauen, und sofort kann ich sagen, diese Dame, dieser Herr, das ist ein richtiger Fan. Diese Leute wissen alles, zum Beispiel was Sisi gegessen hat und was nicht.“ Eine Königin der Herzen – das scheint Königin Elisabeth, genannt Sisi, nicht nur für die Ungarn des 19. Jahrhunderts gewesen zu sein. Auch heute ist vielen Ungarn ihre Bewunderung anzumerken. Seit die musealen Überbleibsel des Kommunismus - die Denkmäler für Lenin und Marx – in den Skulpturenpark in der Nähe von Budapest verbannt wurden, ist Ungarn auf den Weg Richtung Europa – und pflegt gleichzeitig die Erinnerung an die vermeintlich goldenen Zeiten der K+K-Monarchie.
Ungarn: Ein Hauch von Mittelmeer – Südungarn zwischen Plattensee und Pécs.
Ein flaches Land, in dem die Peitschen knallen und die Pferdehirten am Lagerfeuer sitzen und Gulasch essen. Vielleicht noch ein kleiner Bahnhof – und Piroschka steht am Bahnsteig und winkt. Dazu noch Paprika und Zigeunermusik, und zwar immer und überall. Ungefähr so stellt sich so mancher Besucher Ungarn vor. Doch jenseits der Puszta, in Südtransdanubien – hat Ungarn sogar mediterranen Flair. Wer Orte wie Pécs oder Villány besucht, lernt ein Ungarn kennen, in dem Weinberge und Donauschwaben zu finden sind, Spuren der frühen Christianisierung und türkische Minarette.
Estland: “Wolga auf der Brust” - ein Besuch bei den Setus in Südestland
Jeden Donnerstagabend treffen sich die Setu-Frauen aus der Umgebung im Hof des Museums – singen in ihrer traditionellen Setu-Sprache und tanzen in ihren althergebrachten Kostümen. Die 70- jährige Anna ist aktiv mit dabei – und hat dem Museum sogar eine Textilsammlung mit neun verschiedenen Ärmelmustern vermacht, die sie selbst gestickt hat. Im Chor singt Anna natürlich auch noch – die Sängertradition ist so lebendig, dass sich gleich drei Chöre hier angesiedelt haben: ein Jugendchor, ein Chor im mittleren Alter und ein älterer Chor. Die Indianer Europas werden die Setukesen manchmal genannt, denn obwohl es nur noch etwa 5000 bis 6000 Volksangehörige gibt, pflegen sie ihre Kultur und ihre Eigenständigkeit. Die Setu-Sängerinnen der älteren Generation können sich noch gut an ihre Auftritte im damals kommunistischen Moskau erinnern.“ Die Setu- Frauen kommen und haben Wolga auf der Brust“, sagten die Russen damals. Will heißen, der zwei bis vier Kilo schwere Silberschmuck, den die Frauen um den Hals trugen, hatte etwa den Wert eines russischen Automobils.
Deutschland: Piratenfahrt am Altmühlsee: Strand- und Aktivurlaub an den fränkischen Seen
Bademöglichkeiten fast wie am Mittelmeer – das bietet das fränkische Seenland zwischen Nürnberg und Weißenburg. Auf den größeren der fünf künstlich geschaffenen Seen, die mit dem Königs- und dem Tegernsee von der Größe her mithalten können, verkehren regelmäßig Personenschiffe, zum Teil mit Platz für bis zu 750 Passagiere. Besonders beliebt sind Aktiv-Angebote für Kinder – etwa Piratenfahrten mit Schatzsuche auf dem Altmühlsee, die in der Ferienzeit gleich mehrmals pro Woche durchgeführt werden
Österreich: Im Tal der Auswanderer – Gesang und Sport in der Wildschönau
Bis vor etwa 100 Jahren war die Wildschönau - ein Hochtal inmitten der Kitzbüheler Alpen, in dem ab dem 16. Jahrhundert Silber- und Kupfererze abgebaut wurden - nur durch die Kundler Klamm zu erreichen. Seit die Straße ins Inntal gebaut wurde, hat sich vieles verändert – doch seinen Zusammenhalt hat das Tal, in dem noch heute mehr als 250 Bauernhöfe bewirtschaftet werden, bislang behalten und sogar bis nach Südbrasilien fortgesetzt. Dort hat der ehemalige Wildschönauer Bürgermeister und spätere österreichische Landwirtschaftsminister Andreas Thaler im Jahr 1934 die Siedlung Dreizehnlinden gegründet. Heute lockt die österreichische Wildschönau die Besucher mit vier Blaskapellen und einem spektakulären Almabtrieb, aber auch mit Nordic Walking und Paragliding.
Österreich: Von Kufstein ins Kaisertal
Die 15.000-Einwohner-Stadt Kufstein lockt die Besucher nicht nur mit einer sehenswerten Festung - die in diesem Jahr 800 Jahre alt wird - und mit zahlreichen Events, sondern auch mit vielfältigen Wandermöglichkeiten. Eine der beliebtesten Routen führt über die 236 Stufen des Kaiseraufstiegs ins Kaisertal, einem markanten Taleinschnitt zwischen dem Zahmen und dem Wilden Kaiser. Dieses Bergtal ist einzigartig: Es ist das letzte bewohnte Tal Österreichs, das noch nicht für den Straßenverkehr erschlossen wurde – und hat genau deshalb seinen ganz eigenen Charme. Etwa dreißig Menschen leben derzeit im Kaisertal. Zwei davon sind Barbara und Anton Schaffer, die den Hinterkaiser-Hof und zwei Almen bewirtschaften.
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