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Südafrika: Mit dem Fahrrad durch Soweto: Schwarzes Selbstbewusstsein im WM-Land Südafrika
Für Südafrika-Urlauber, die an mehr interessiert sind als nur an Fußball und Safari, lohnt es sich, Soweto zu besuchen und kennen zu lernen. In dem Townshipkonglomerat, das südwestlich von Johannesburg liegt, leben mehr als 3,5 Millionen Menschen. Um in Kontakt mit den Einheimischen zu kommen, empfiehlt sich eine geführte Fahrradtour, inklusive Stopp bei einem früheren Arbeiterwohnheim und an einer Blechcontainer-Kneipe.
Südafrika zwischen Fußball und Safari – ein Besuch bei den Elefantenflüsterern in Hazyview
Dass das Thema Fußball in Südafrika im Jahr 2010 ganz oben steht, hat sich sogar zu den Elefanten herumgesprochen – genauer gesagt, zu ihren Betreuern. Bei den Elephant Whispers in Hazyview erklärt Brighton Machipisa den Körper des Elefanten von Kopf bis Fuß: „Die Vorderfüße sind rund, sie sind geformt wie ein Fußball, die beiden Hinterfüße haben die Form eines Rugbyballs.“
Südafrika: Märchen, Mythen und magische Orte: Geschichten und Legenden aus dem WM-Land Südafrika
75.000 Jahre alte Steine und eine Legende zur Entstehung der Milchstraße, eifersüchtige Elefanten und anschmiegsame Löwen, streikende Bauarbeiter und ein erfolgreicher Jungunternehmer in Soweto: Storytelling in Südafrika - Faszinierende Geschichten aus einem faszinierenden Land.
St. Lucia: Eine Insel mit zwei Bergen: Das Karbikidyll St. Lucia zwischen Regenwald und Kunst
St. Lucia liegt in der Karibik, ist jedoch keine reine Strand-Destination, sondern fasziniert vor allem durch Natur und Kultur, durch hüglige Landschaften und üppiges Grün. Die beiden Wahrzeichen des Eilands finden sich im Süden St. Lucias - der Gros Piton und der Petit Piton, zwei steil gen Himmel ragende zuckerhutartige Bergkegel. Geprägt wird die Insel, die mittlerweile zu einer Wahlheimat der Sängerin Amy Winehouse geworden ist, aber nicht nur von den zwei Bergen, sondern auch von zwei unterschiedlichen Kolonialtraditionen: Sieben Mal herrschten die Franzosen auf St. Lucia und sieben Mal die Briten. Eine kulturelle Mischung, die sämtliche Lebensbereiche prägt - Musik und Kunsthandwerk, Ortsnamen und Architektur, Sprache und Küche.
Thailand: Auf Streife zwischen Strand und Partymeile: Ein Schweizer als Volunteer bei der Touristenpolizei auf der Ferieninsel Phuket
Ein 60-jähriger Schweizer, der seit acht Jahren in Thailand lebt, unterstützt die Touristenpolizei auf der thailändischen Ferieninsel Phuket. Zusammen mit neun anderen Freiwilligen fungiert er seit vier Jahren ehrenamtlich als Ansprechpartner und Konfliktschlichter. Bei Streifengängen durch die Bangla Road im Touristenort Patong und an den Stränden in Patong und Kata sowie beim Bürodienst befasst sich der einzige deutschsprachige Touristenpolizei-Volunteer auf Phuket mit handfesten Probleme, etwa wenn sich Urlauber betrogen fühlen, erlebt aber auch viele skurrile Situationen. Sein wichtigster Tipp für Thailand-Reisende: Bei Problemen ruhig und gelassen bleiben – denn mit Herumschreien und mit Toben erreichen Besucher garantiert nichts.
Thailand: Phuket ohne Trubel: Der Mai Khao-Strand im Nordwesten der Insel ist noch immer ein Geheimtipp
Die thailändische Ferieninsel Phuket ist ein vielseitiges Urlaubsparadies, aber auch ein Zentrum des Massentourismus. Wer sich nicht in die Ballermann-Atmosphäre von Patong stürzen will, dem bleiben zwar die Nachbarbuchten Kata und Karon – doch richtig individuelles Urlaubsfeeling will auch dort kaum aufkommen. Das Wasser an diesen hellen Sandstränden ist zwar angenehm badewannenwarm, doch die Strandliegen stehen auch hier in Vierreihen. Wer ganz in den Nordwesten der Insel fährt, an den 17 Kilometer langen Mai Khao-Strand, der freilich entdeckt ein völlig anderes Phuket – hier, am längsten Strand der Insel, sind Strandliegen tabu. Doch wer am großzügigen Swimmingpool des Anantara Resort und Spa liegt, das im Oktober 2008 am Mai Khao-Strand eröffnet hat und über ein umfassendes Wellness-Angebot verfügt, hat dort ohnehin besten Meerblick – und im Zweifel nur wenige Meter zu gehen, um in die Wogen der Andamanensee einzutauchen.
Japan: Unbekanntes Japan: Pilgern und Baden auf Shikoku
Japan – ein Land zwischen Shintoismus und Buddhismus, ein Land zwischen Hightech und Jahrtausende alten Traditionen. Auf der Insel Shikoku, der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln, existiert ein 1200 Kilometer langer Pilgerweg, der Hachiju Hakkasho, der Kūkai, dem Gründer des Shingon-Buddhismus gewidmet sind. 150.000 bis 200.000 Japaner suchen die insgesamt 88 Tempel entlang des Hachiju Hakkasho alljährlich auf – und dank eines österreichischen Pilgers, der den kompletten Weg zu Fuß gegangen ist, gibt es sogar ein Buch mit einer umfassenden deutschsprachigen Wegbeschreibung.
Japan: Insel der Langlebigkeit: Okinawa – das japanische Hawaii
Für Japaner von den vier Hauptinseln ist Okinawa ein beliebtes Badeziel, rund sechs Millionen von ihnen fliehen alljährlich in den sonnigen Süden. Doch mittlerweile entdecken auch internationale Touristen den Charme des subtropischen Eilandes, das zwar zu Japan gehört, aber nicht so richtig japanisch anmutet. Neben normalen Badegästen fasziniert das japanische Hawaii Langlebigkeitsforscher aus aller Welt. Sie pilgern in den Ort Ogimi, in dem 30 Prozent der 3500 Einwohner mindestens sechzig Jahre als sind und mehr als ein Dutzend Männer und Frauen bereits ein dreistelliges Alter erreicht haben.
Japan: Mit dem Rad über das japanische Binnenmeer - Über den Shimanami Kaido von Honshu nach Shikoku
Das Brückensystem des Shimanami Kaido – das Wort "Shima" steht für Insel und das das Wort “nami” für Wellen - gehört mittlerweile zu den beliebtesten Fahrradrouten Japans. Wer an den einzelnen Stationen nicht verweilt, kann die Überfahrt per Fahrrad durchaus an einem Tag schaffen. Lohnenswert jedoch ist es, sich mehr Zeit zu nehmen, um die Sehenswürdigkeiten auf der Strecke zu genießen. Ein Höhepunkt der Fahrt ist ein Stopp beim Oyamazumi-Schrein auf der Insel Omishima. Der Legende nach wurde dieser Schrein durch den ersten Kaiser Japans gegründet, den Jimmu-Tenno.
Jordanien: Wohnzimmer oder Weltkulturerbe? An Petra, der faszinierenden Totenstadt der Nabatäer, scheiden sich die Geister
„Petra ist der herrlichste Ort der Welt“, so schrieb Thomas Edward Lawrence, besser bekannt unter dem Namen Lawrence von Arabien, einst in seinem Buch „Die sieben Säulen der Weisheit“. Damals war Petra, die rosa- und rostrotfarbene jordanische Felsenstadt, in Europa noch weitgehend unbekannt. Das hat sich mittlerweile gründlich geändert: im Jahr 1985 wurde Petra zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und im Juli 2007 zu einem der sieben Weltwunder der Gegenwart gekürt. Petra – der schönste Ort der Welt. Diese Auffassung hat auch die Familie Al-bedoul, eine Beduinengemeinschaft, die in den Grabhöhlen von Petra gelebt hatte, bevor sie im Jahr 1985 von der jordanischen Regierung umgesiedelt wurden. Seither haben die Al-Bedouls zwar elektrisches Licht und feste Steinhäuser – aber immer noch Sehnsucht nach der Felsenstadt Petra.
Ägypten: Gute Morgen, Moses – eine Sonnenaufgangswanderung auf den Gebel Musa
Den Sonnenaufgang in 2285 Höhe erleben, dort, wo Moses angeblich von Gott die zweiSteinplatten mit den zehn Geboten erhalten haben soll. Eine prima Idee, die allerdings Tag für Tag mehrere Hundert Menschen haben, von der koreanischen Reisegruppe in weißen Trainingsanzügen über Individualreisende aus Nepal bis hin zu russischen Strandurlaubern, die einen Ausflug in die Wüste Sinai gebucht haben. Sonnenaufgang am Mosesberg ist ein bisschen wie Kino: Das Auge erfreut sich an grandiosen Landschaftsbildern, aber wer zu spät kommt, der bekommt die schlechteren Plätze. Ganz Gewiefte klettern deshalb schon am Vortag nach oben und haben dabei meist auch einen warmen Schlafsack im Gepäck.
Ägypten: Kirchen, Märkte und Moscheen – ein Streifzug durch Kairo
Stau, Chaos, Hitze, schlechte Luft – die ägyptische Hauptstadt Kairo verbinden viele Reisende nicht unbedingt mit Urlaubsfreude. Doch der 17-Millionen-Moloch am Nil hat auch eine andere Seite: schicke Boutiquen, verwinkelte Basarviertel, Panoramarestaurants am Nilufer und museale Pracht. Vor allem aber bietet Kairo eine Fülle von religiösen Stätten, die zeigen, dass sich Christen, Juden und Muslime hier über viele Jahrhunderte den Lebensraum teilten. Dazu kommt: Im Gegensatz zu den am Roten Meer gelegenen touristischen Kunststädten wie Hurghada oder Sharm El Sheikh bietet Kairo den Besuchern einen ungeschminkten Blick in den nicht immer einfachen ägyptischen Alltag.
Ägypten: Die älteste Bürokratie der Welt – Von der Djoser-Pyramide bis nach Gizeh
Sie sind das letzte der sieben Weltwunder der Antike, das nach wie vor erhalten ist. Während der Koloss von Rhodos 227 vor Christus bei einem Erdbeben zusammen brach, während die Zeusstatue des Bildhauers Phidias im Jahr 456 vor Christus einem Brand zum Opfer fiel und während das Mausoleum von Halikarnassos durch Grabräuber zerstört wurde, konnte dem ältesten und imposantesten der sieben antiken Weltwunder der Zahn der Zeit nur wenig anhaben: Die Pyramiden von Gizeh, die Cheops-, die Chefren- und die Mykerinos-Pyramide am Stadtrand von Kairo, locken noch immer Reisende aus aller Welt.
Kenia: Safariland Kenia: Wie sich ein Deutscher im kenianischen Tsavo West Nationalpark seinen Traum erfüllt hat
„Safari heißt Reise, es heißt unterwegs sein, und suchen – es darf niemand erwarten, dass wir die Tiere hier für ihn festbinden“, erläutert Severin Schulte seine Philosophie. In seiner „Severin Safari Lodge“ im Tsavo West Nationalpark in Kenia sind die Gäste in komfortabel ausgestatteten Zelten untergebracht – inklusive eigener Dusche und Bidet. „Plätze wie diese, wo man wirklich inmitten wer Wildnis leben kann, gibt es auf dieser Welt immer weniger“, beteuert Schulte, der aus der Unternehmerfamilie Severin aus Sundern stammt und bereits in den 70er Jahren mit dem „Afrika-Bazillus“ infiziert wurde.
Kenia: Riesenschildkröten, ein portugiesisches Fort und die größte Open Air Disco Ostafrikas: Kenias Küste bietet mehr als schneeweiße Traumstrände
Wer zum Urlaub an die kenianische Küste fährt, begibt sich auf eine Zeitreise in die Geschichte Ostafrikas – die nicht nur von Afrikanern, sondern auch von Portugiesen und Arabern, von Indern und Briten geprägt wurde. Wie in einem Brennglas bündelt sich die wechselvolle Historie in Fort Jesus in Mombasa, der zweitgrößten Stadt Kenias. Nicht weit von Fort Jesus entfernt, im Haller-Park, führt Parkführer Karima seine Gäste tagtäglich zu Owen und zu Mzee. Das nach dem Tsunami gerettete Flusspferd und die 130 Jahre alte Riesenschildkröte waren lange Zeit engste Freunde. In der Nähe des Tierparks betreibt Walter Reif aus Mannheim die größte Openair-Disco Ostafrikas. Seine Vision: Kenia soll eine Partymetropole werden, in der rund um die Uhr getanzt werden kann und die den Vergleich mit Mallorca und Ibiza nicht zu scheuen braucht.
USA/Alaska: Halt machen, wo es am schönsten ist: Mit dem Wohnmobil durch Alaska
Wilde Tiere beobachten, egal ob Killer- oder Buckelwale, Seelöwen oder Robben, Grizzly- oder Schwarzbären, Elche oder Rentiere, Dall-Schafe oder Gebirgsziegen, das macht einen Großteil des Reizes eines Alaska-Aufenthalts auf. Doch auch wer Wandern oder Mountain-Biken will, wer gerne über Gletscher kraxelt oder mit einem knallgelben Kajak durch einen Fjord paddeln will, ist in Alaska goldrichtig. Mit dem Wohnmobil lassen sich verschiedene Nationalparks verbinden. Die beliebtesten Wohnmobil-Routen führen von Anchorage aus Richtung Süden auf die Kenai-Halbinsel zum Kenai-Fjord-Nationalpark – oder aber über den Denali-Nationalpark nach Fairbanks und Valdez.
Auf den Spuren von Georg Steller – Mit der „Alaskan Explorer“ durch den Kenai-Fjords- Nationalpark
Der im fränkischen Bad Windsheim geborene Naturforscher Georg Wilhelm Steller war nicht nur bei Berings letzter Expeditionsfahrt mit an Bord, er war auch der erste Europäer, der Alaskas Tier- und Pflanzenwelt systematisch beschrieb und analysierte. Steller ist heute in Europa fast in Vergessenheit geraten, in Alaska hingegen kennt ihn jedes Schulkind. In Seward im Süden Alaskas kümmert sich das Alaska Sea Life Center um den Erhalt der Stellerschen Seelöwen. Bei Expeditionskreuzfahrten in den Kenai-Fjords-Nationalpark kann man die Seelöwen zudem in ihrem natürlichen Lebensraum sehen. Ebenso wie Killler- und Buckelwale – und tosende Gletschermassen, die langsam ins Meer brechen.
USA/Alaska: Im Entengang auf den Rootgletscher: Der Wrangell-St.Elias-Nationalpark ist bislang noch ein echter Geheimtipp
Alaska, Amerikas „last frontier“, ist zuweilen ziemlich zivilisiert. Doch wer abseits der gängigen Routen unterwegs ist, kann es noch finden, das wilde, das ursprüngliche Alaska – eine Region, in der man die Gletscher nicht beäugt, sondern besteigt, ein Alaska fernab der asphaltierten Highways und der Wohnmobil-Campingplätze mit bis zu 200 Stellplätzen. Ein idealer Einstieg, um dieses unberührte Alaska kennen zu lernen, ist der Wrangell-St. Elias-Nationalpark. Dieser Nationalpark, der sechs Mal so groß ist wie der Yellowstone-Park, ist ideal für Aktivurlauber, die wandern, raften oder auf Gletscher klettern wollen. Auch die verlassene Kennecott Copper Mill, einst die größte und ertragreichste Kupfermine der Welt, lohnt einen Besuch.
Brunei: Über den Wipfeln von Borneo: Das Sultanat Brunei verbindet Öko-Tourismus und Umweltschutz
Morgens um 4:30 klopft Sam San Jose an die Fenster der Schlafzimmer des Ulu Ulu Resorts. „Frühstücken könnt ihr später“, meint der 43-jährige Philippine, der seit 15 Jahren in Brunei lebt und dort als Tourguide arbeitet. Ein paar Schlucke Kaffee nach dem Aufstehen hingegen sind erlaubt. Doch bereits wenige Minuten später drückt Sam seinen beiden deutschen Gästen Taschenlampen in die Hand und drängt zum Aufbruch – schließlich sind 1226 hölzerne Stufen und anschließend 25 Höhenmeter auf Aluminiumleitern zu bewältigen, bevor seine Besucher einen weiten Blick über das Kronendach des Regenwalds auf der Insel Borneo genießen können. Einen Primärregenwald, der hier, im Grenzgebiet von Brunei zu Malaysia, noch bestens erhalten ist. Am spektakulärsten ist der Ausblick am frühen Morgen, wenn weiße Nebelschwaden durch die Wipfel wabern und sich der Tag erst noch aus der Morgendämmerung freikämpfen muss.
Brasilien: Vom Goldrausch zum Weltkulturerbe: Die Kolonialstadt Paraty fasziniert Maler, Literaten und Musiker
Die rund 240 Kilometer südlich von Rio gelegene Stadt Paraty, die bereits seit den 60er Jahren unter Denkmalschutz steht, zieht Künstler und Intellektuelle aus aller Welt fast wie magisch an. Allein drei deutsche Maler haben hier ihr Atelier – und selbst die deutsche Literaturgeschichte müsste ohne das von Bergen und Regenwald umgebene Kolonialstädtchen Paraty neu geschrieben werden. Julia da Silva-Bruhns, genannt Dodo, die Mutter von Thomas und Heinrich Mann, verbrachte hier die ersten Jahre ihrer Kindheit. Die Zuckerfazenda, die ihrem Vater gehörte, verfällt von Jahr zu Jahr mehr – und das, obwohl sich Paraty aktiv darum bemüht, ins Weltkulturerbe der Menschheit aufgenommen zu werden. Dass Paraty – eine Stadt, deren Zentrum autofrei ist und die häufig auch als Filmkulisse dient – so gut erhalten ist, hat einen einfachen Grund: Bis Mitte der 50er Jahre war die Stadt nicht auf dem Landweg, sondern nur per Boot zu erreichen – und das war mühsam. Mittlerweile freilich boomt der Tourismus – nicht zuletzt wegen der vom atlantischen Regenwald gesäumten Traumstrände bei Trindade.
Brasilien: Christus ist Brasilianer – doch auch ein Schweizer schwebt über den Dächern von Rio
An der Pedra Bonita im Stadtwald von Rio abheben, an Wolkenrändern entlang gleiten und dann hinabschweben zum Strand von São Conrado – das ist Alltag für den Schweizer Gleitschirmflieger Max Kälin, der seit 15 Jahren in Rio de Janeiro lebt. Doch wenn der Wind besonders günstig ist, dann fliegt Max Kälin gerne auch einen Umweg – hinüber zur weltberühmten Christusstatue auf dem Corcovado. Max ist Gleitschirmpilot mit Leib und Seele – und er wohnt dabei nicht etwa in Ipanema, Leblon oder an der Copacabana, sondern in der Rocinha, einer Favela, in der rund 200000 Menschen auf engstem Raum schlafen, essen, arbeiten, lachen und feiern - und in die sich die Ausländer meist nur mit einem Guide und viel Herzklopfen hineinwagen. Doch Gleitschirmpilot Max lebt hier glücklich mit Frau und Kindern – und fühlt sich sicherer als an der Copacabana.
China: Alte Tempel und moderne Architektur – Peking, eine Stadt der Kontraste
Während im Kaiserpalast, im Lamatempel und im ehemaligen Sommerpalast noch die einstige Ruhe der traditionsreichen „Nördlichen Hauptstadt“ zu spüren ist, verändert sich die Innenstadt Pekings im Sauseschritt. Moderne Shoppingmalls und Hochhäuser, auf deren Fassaden Werbeeinblendungen gezeigt werden, prägen das Bild einer Stadt, die sich von einer ruhigen und beschaulichen, ja fast verschlafenen Regierungsstadt in eine pulsierende Metropole gewandelt hat. Doch im Schatten der Olympiabauten und der modernen Konsumtempel lebt die traditionelle Kultur weiter: Auf dem Donghuamen-Nachtmarkt in der Nähe der Einkaufsstraße Wangfujiang werden jeden Abend gegrillte Heuschrecken verkauft – sowie Schlangen am Spieß.
Kuba: Santiago de Cuba - Karnevalshochburg und Hauptstadt des Rums
"Wenn der Alkohol wirklich gefährlich wäre, dann wären die Kubaner längst tot", so tönt es am Nachmittag in einer Seitenstraße in Santiago de Cuba. Der Ruf des verschmitzt grinsenden Mannes mag Zufall sein, Tatsache jedoch ist, dass die Geschichte Santiagos auf engste mit einem hochprozentigen, aus Zuckerrohr gewonnen Getränk geknüpft ist: dem Rum. Es war vor allem die Familie Bacardi, die dazu beigetragen hat, dass Kuba nicht nur als Zucker- und Zigarren-, sondern auch als Schnapsinsel gerühmt wird.
Kuba: Flamingos, Baumratten und Touristenbäume: Auf Ernest Hemingways Spuren durch die Jardines del Rey
Ernest Hemingway, ein begeisterter Angler, schätzte die Umgebung von Cayo Guillermo, die heute noch zu den besten Hochseefischerei-Revieren Kubas zählt. Eine Liebe, der die Kubaner eine Referenz erwiesen, indem sie den schönsten Strand auf Cayo Guillermo nach Hemingways Yacht benannt haben. Ein drei Kilometer langer, feinsandiger Traumstrand mit kristallklarem Wasser, der hinter haushohen Dünen versteckt ist, trägt seither den Namen Playa Pilar. So einsam wie Ernest Hemingway kann man sich auf Cayo Coco und Cayo Guillermo mittlerweile nicht mehr fühlen. Denn zu Hemingways Zeiten waren die Koralleninseln nur mit dem Boot erreichbar. Seit knapp zwanzig Jahren ist das anders. Und als Kuba vor rund 15 Jahren eine große Tourismusoffensive startete, wurde auf Cayo Coco ein erstes Hotel eröffnet. Heute sind die Gärten der Könige, die Jardines del Rey, Kubas zweitwichtigstes Ziel für Bade- und Pauschaltouristen.
Kuba: Geheimtipp für Erholungssuchende: Die Cayos von Villa Clara
"Als ich im Jahr 2001 angefangen habe, hier auf den Cayos zu arbeiten, gab es nur eine kleine Bungalowanlage mit 24 Zimmern, die Villa Las Brujas. In den Jahren darauf wurden dann die anderen Hotels gebaut", berichtet Yaylin Morales Gonzales. Die 29-jährige hat miterlebt, wie sich die drei Cayos Santa Maria, Ensenachos und Las Brujas innerhalb von zehn Jahren komplett gewandelt haben: Aus unbewohnten, von Mangroven bewachsenen Koralleninseln wurde ein Ziel für hochwertigen Strand- und Spa-Urlaub. Im Gegensatz zu den überfüllten Stränden um Varadero, an denen sich zahlreiche Restaurants, Diskotheken und Souvenirgeschäfte befinden, eignen sich die von Dünen und Mangroven überzogenen Cayos in der Provinz Villa Clara vor allem für Urlauber, die Ruhe und Entspannung suchen – auch wenn sich auf den drei Cayos inzwischen rund 2000 Hotelzimmer finden.
Thailand: Kompressionsmassagen mit Kokosmilch und Campher: Der Barai-Spa in der thailändischen Königsstadt Hua Hin ist alten Khmertempeln nachempfunden
Wenige Kilometer südlich von Hua Hin wurde im März diesen Jahren der größte und architektonisch ambitionierteste Spa Thailands eröffnet. Er trägt den Namen „The Barai“ und ist dem Hyatt Regency Hua Hin angegliedert – und ist doch alles andere als ein typischer Hotelspa. Denn das architektonische Vorbild dieser Wellnessoase ist der faszinierendste Tempelkomplex ganz Südostasiens: Die rund fünfzig Götterpaläste von Angkor im heutigen Kambodscha, der grandioseste architektonische Ausdruck der alten Khmerkultur. Die Spa-Anwendungen im Barai sind auf vier Elemente abgestimmt, die in der traditionellen Thai-Medizin eine wichtige Rolle spielen: Erde, Wasser, Luft und Feuer.
Thailand: Schlafen im Schoss der Götter: Im Grand Hyatt Erawan Hotel in Bangkok wacht Hindugott Brahma über das Wohl der Gäste
Tag und Nacht pilgern die Gläubigen in der thailändischen Hauptstadt zum Erawan-Schrein: Sie bitten um Gesundheit und um gute Geschäfte, um Glück in der Liebe oder bei einer Prüfung - und manchmal auch um die die Nennung der Lottozahlen. Schließlich hat der Schrein schon im Jahr 1956 seine Kraft bewiesen. Damals war das das Erawan-Hotel im Bau – aber nichts klappte. Nachdem bereits mehrere Arbeiter auf der Baustelle verunglückt waren, sank auch noch ein Schiff mit Baumaterialien. Ein Astrologe empfahl, einen Schrein für den Hindu-Gott Brahma zu bauen. Danach ging alles glatt. Das Erawan-Hotel wurde schnell zu einem der luxuriösesten und beliebtesten Hotels der thailändischen Hauptstadt. Eine Glückssträhne, die sich auf das Nachfolgehotel, das Grand Hyatt Erawan, übertragen hat. Dort können die Gäste in sechs liebevoll eingerichteten Spa-Villen übernachten und Thai-Massagen, aromatherapeutische Ölmassagen, Peelings, Gesichtsbehandlungen und Hot Stone-Behandlungen genießen.
Thailand: Königspaläste und Fischerboote, Wellnessoasen und Golfplätze: In Hua Hin fühlt sich nicht nur der der thailändische König wohl
Hua Hin, der Name bedeutet soviel wie Felsenkopf, ist eine thailändische Kleinstadt, die provinziellen Charme, aber gleichzeitig eine Noblesse ausstrahlt. Schließlich dient die Stadt den thailändischen Königen bereits seit knapp 100 Jahren als Sommerresidenz. Früher lebte der Ort hauptsächlich von der Fischerei, heute boomt der Golf-, Wellness- und Badetourismus: Dutzende von Maßschneidern sowie zahlreiche Restaurants, Souvenirgeschäfte und Bierbars wollen gerne mit Ausländern Geschäfte machen, sind dabei jedoch zurückhaltend und angenehm unaufdringlich. Ein Tipp ist der Nachtmarkt in der Dechanuchit-Straße, auf dem gebratene Garnelen; Fischcurrys oder Reisnudeln mit Hähnchen angeboten werden.
Sri Lanka: Buddha vom Zahn bis zum Zeh – eine Reise durch das Hochland Sri Lankas
Der Zahntempel in Kandy ist das höchste Heiligtum der Buddhisten in Sri Lanka. Denn hier wird ein Eckzahn, der angeblich ein Zahn Buddhas ist, gut bewacht in einem Altarraum aufbewahrt. Der heilige Zahn lockt buddhistische Pilger aus dem ganzen Land in die 150.000 Einwohner-Stadt, die reizvoll an einem See liegt. Keine Frage: Sri Lanka, ehedem Ceylon, hat weit mehr zu bieten als schier endlose Strände. Erst wer das Hochland bereist, der gewinnt wirklich einen Einblick in die Geschichte der mehr als 2500 Jahre alten singhalesischen Kultur. Ob die Felsentempel von Dambulla, in denen über 150 Buddhafiguren aufgestellt sind, die Ruinen der Palastbauten in Polonnaruwa oder die sagenumwobene Felsenfestung in Sigiriya - die Kulturdenkmäler des Hochlandes lassen kaum einen Besucher kalt.
Sri Lanka: Zum Baden geht’s ab in den Fluss: Sri Lanka, Land der Elefanten
Etwa 3000 bis 4000 Elefanten leben derzeit noch in Sir Lanka – doch nur knapp 1000 davon sind zahme Arbeitselefanten, die Feriengäste durch das Hochland tragen oder für Holztransport eingesetzt werden In Pinnawela, etwa achtzig Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo gelegen, gibt es sogar ein Elefanten-Waisenhaus. „In den 70er Jahren wurde dort mit vier Elefanten angefangen, heute sind es mehr als siebzig Tiere“, erläutert ein Tourguide. Das Waisenhaus ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen des Landes. Viele Besucher kommen schon morgens um neun, wenn die jungen Elefanten mit Milch gefüttert werden. Zwei Mal am Tag werden alle Elefanten, auch die ausgewachsenen, an den Maha Oya–Fluß zum Baden gebracht. Ein Spektakel, dass sich kaum ein Sri Lanka-Urlauber entgehen lässt.
Thailand: Gewusst wo! Wer die richtigen Wege gezeigt bekommt, kann die Millionenstadt Bangkok problemlos mit dem Fahrrad erkunden
Was macht ein Holländer, der in Bangkok lebt und einige Monate lang nichts zu tun hat? Er kauft sich ein Fahrrad und fährt ziellos durch die Gegend! So ging es jedenfalls dem heute 46-jährigen Andre Breuer, als sein Arbeitsvertrag bei einem Textilunternehmen ausgelaufen war. Was anfangs nur als Hobby gedacht war, entwickelte sich schnell zur Geschäftsidee. Denn als Andre Breuer einige Routen entdeckt hatte, die ihm besonders gut gefallen hatten, startete er ein Tourismus-Unternehmen, das geführte Fahrradtouren durch Bangkok anbietet. „Fahrradfahren in Bangkok ist eine der besten Sachen, die man machen kann, man muss nur wissen, wohin man fährt“, versichert Breuer.
Dominikanische Republik: Nichts für Pappnasen. Karneval in der Dominikanischen Republik
Jedes Jahr im Februar ziehen hinkende Teufel grinsend durch die Straßen von La Vega und Heranwachsende schlagen in Santo Domingo mit Bällen auf die Hinterteile der Karnevalsbesucher ein. Auf Trucks und Bühnen sind gigantische Lautsprecheranlagen montiert, aus denen eine ohrenbetäubende Mischung hämmert: Merengue und Hip-Hop, Salsa und Bachata, Reggae und Technomusik. Karneval in der Dominikanischen Republik, das ist eine Mischung aus Party und Anarchie, aus dröhnendem Beat und schaurig-komischen Monstern. Ein Feuerwerk der Lebensfreude, das wenig gemein hat mit Büttenreden und Pappnasen.
Antigua: Mein Strand, dein Strand: Auf der Karibikinsel Antigua haben Chili-Liebhaber und Badegäste die Qual der Wahl
Ob Familienurlauber oder Surfer, ob Honeymooner oder Segler - auf Antigua, einer Karibikinsel auf der an jedem Tag des Jahres ein anderer Strand besucht werden kann, findet garantiert jeder einen passenden Badeplatz. "Wenn man Wasser und Wassersport liebt, ist Antigua traumhaft", versichert der Hamburger Jürgen Hubchen, der seit einem halben Jahr auf Antigua lebt. Neben der Yabberwock Beach und der Halfmoonbay, der Dickenson Bay und Jolly Beach und weiteren 361 Stränden hat die Insel, deren Schönheit auch Giorgio Armani und Eric Clapton längst entdeckt haben, auch historische Einblicke zu bieten: In Nelsons Dockyard im Süden sind die Überbleibsel einer gregorianischen Werft zu bewundern.
Barbuda: Lobster, Fregattvögel und indianische Kultplätze: Barbuda, eine Karibikinsel aus dem Bilderbuch
Wer Strand und Ruhe sucht, wer Karibikflair auch ohne Discos und Animateure genießen kann, der ist auf Barbudas richtig - egal, ob er sich in einer kleinen Pension einquartiert oder in einem Luxusresort. Abgesehen von rosafarbenen Traumstränden, indianischen Kultplätzen, einem verfallenen Wehrturm und von unzähligen Schiffswracks kann Barbuda, der Schwesterinsel des größeren und dichter besiedelten Karibikinsel Antigua, noch mit zwei weiteren Attraktionen aufwarten: mit einer Lagune, die zu den fruchtbarsten Lobster-Fanggründen der Karibik gehört und mit einer Kolonie von etwa 2500 Fregattvögeln.
Grönland: Eisberge, Walfischsteaks und Hundeschlitten - Faszination Westgrönland
Ob bei einer Hundeschlittenfahrt in der Umgebung von Sisimiut oder bei einer Bootsfahrt zu den Eisbergen von Ilulissat - das winterliche Westgrönland hat für Besucher seinen eigenen Reiz. Uta und Ingo Wolff aus Thüringen waren gleich so von der Arktis fasziniert, dass sie sich in dem 50-Seelen-Ort Rodebay sesshaft gemacht haben und dort nun eine Gaststätte betreiben, in der sie Walfischsteak und Heilbuttleber anbieten. Auch Elke Meissner, die als deutsche Honorarkonsulin und als Reiseveranstalterin in Ilulissat lebt, ist überzeugte Grönland-Anhängerin geworden: "Eisberge gehören für mich zum Leben mittlerweile einfach dazu, so wie in Deutschland der Wald und die Mittelgebirge."
Thailand: Monsun-Regenwald und Weinberge - der Khao Yai-Nationalpark nordöstlich von Bangkok, ein Eldorado für Naturfreunde und Weinliebhaber
"Die meisten ausländischen Touristen fahren nach Nordthailand, wenn sie eine Dschungeltour unternehmen wollen. Dabei finden sich dort fast nur Sekundärwälder, beispielsweise angepflanzte Bambuswälder. Hier im Khao Yai-Nationalpark haben wir echten Monsunregenwald - und die Artenvielfalt ist viel größer", beteuert die 34-jährige Udorn Jantboworn, die bereits Leonardo Di Caprio durch den Khao Yai-Park geführt hat. Ein Besuch in dem Nationalpark, der seit dem Jahr 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt und in dem unter anderem Affen, Elefanten und Nashornvögel zu sehen sind, lohnt sich nicht nur für Naturliebhaber, sondern auch für Weinfreunde. In der Khao Yai Winery im PB Valley keltert Prayut Piangbunta, der erste Kellermeister Thailands, Thailands besten Rotwein. Sein 2000er Shiraz wird sogar bei Galaabenden für ausländische Staatsgäste kredenzt.
Thailand: Vier Strände und mehr als fünfzig Inseln: Im Koh Chang-Archipel boomt der Natur-Tourismus
Koh Chang, die zweitgrößte Insel Thailands, hat die sich in den letzten Jahren zum touristischen Shooting-Star entwickelt. Die Insel, die vor fünf Jahren noch ein Geheimtipp für Rucksackreisende war, ist der ideale Ausgangspunkt, um ein Archipel mit über 50 Inseln und Inselchen zu erkunden, das zum Großteil als Nationalpark ausgewiesen ist. "Koh Chang ist anders als Pattaya, Koh Samui oder Phuket, hier gibt es keine Jetskis und keine Banana-Boote, hier ist es ruhig und friedlich, ein idealer Platz für Naturfreunde und für den Familienurlaub", erläutert Wantanee Sokhanta, die seit vier Jahren auf Koh Chang lebt. Damit die Touristen, die mittlerweile mehrere hochwertige Resorts auf der Insel vorfinden, bei Laune gehalten werden, gibt es ein Delphinarium und drei Elefantencamps. Beeindruckender noch ist für viele Besucher die Unterwasserwelt des Archipels, die bei Schnorchelausflügen nach Koh Yuk und Koh Nok erkundet werden kann. "Wenn man Bananen ins Wasser wirft, kommen sofot wunderschöne bunte Fische angeschwommen", schwärmt Wantanee Sokhanta.
Syrien: Zehntausend Jahre Geschichte und tausend Geschichten: Auf biblischen und römischen Spuren von Damaskus nach Palmyra
Damaskus, die Oasenstadt am Fuße des Antilibanongebirges kann rund 10.000 Jahre menschliche Siedlungsgeschichte vorweisen. Andere Behauptungen der Damaszener sind weniger leicht nachzuprüfen – etwa, dass das Haupt von Johannes dem Täufer in einem Schrein in der prachtvollen Omayyadenmoschee aufbewahrt wird. Ein Muss bei einer Syrien-Reise: Die Ruinenstadt Palmyra. Hier wurde vor 2000 Jahren ein gigantischer Baal-Tempel erbaut. In Palmyra herrschte von 267 bis 272 die legendäre Königin Zenobia, eine wunderschönen Frau mit samtweichen Teint, schwarzen Augen, glänzenden Haaren und mit Zähnen, so weiß wie Perlen. Sie schaffte es, ein gewaltiges Reich aufzubauen und sich dabei sogar mit dem mächtigen Rom anzulegen.
Kambodscha: Gesichtertürme und himmlische Nymphen: Die Götterburgen in Angkor erleben eine touristische Renaissance
In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Tourismus in Thailand noch in den Kinderschuhen steckte, waren die Tempel von Angkor bereits ein wichtiger Bestandteil jeder Asien-Studienreise. Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer hat diese Tradition gebrochen – doch heute gehören Drei-Tages-Touren nach Angkor wieder zu den am stärksten nachgefragten touristischen Angeboten in ganz Asien. Insgesamt acht Fünf-Sterne-Hotels gibt es mittlerweile in dem 90.000-Einwohner-Ort Siem Reap, der zweitgrößten Stadt des Landes, die sich voll und ganz auf den Tempel-Tourismus eingestellt hat. Die indische Mythologie vom Weltenberg Meru, auf dessen fünf Gipfeln die Götter residieren, prägt die Gestaltung der etwa fünfzig beeindruckenden Tempelanlagen, die zwischen 800 und 1400 nach Christus entstanden sind. Das faszinierendste Khmer-Heiligtum ist Angkor Wat. Dieser Tempel war als Begräbnisstätte für den Gott-König Suryavarman II. – der den Tempel zwischen 1112 und 1155 auch erbauen ließ – gedacht und dem hinduistischen Gott Vishnu gewidmet. Allein in diesem Tempel finden sich mehr als 1800 reliefartige Skulpturen, in denen Apsaras dargestellt werden – himmlische Tänzerinnen, welche die Götter unterhalten und vergnügen sollten.
Vietnam: Im Süden Kaffee, im Norden Tee – Vietnam, ein Reiseland der Kontraste
„Bis vor drei Jahren“, so beteuert Hai Nguyen Xuan, „war Vietnam noch ein Geheimtipp. Aber seit drei Jahren kommen immer mehr Deutsche zu uns.“ Der 51-jährige, der drei Jahre lang in Ostdeutschland lebte, arbeitet als Reiseleiter für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - und hat zunehmend mehr zu tun. Neben der Halongbucht und der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi zeigt er vielen seiner Gäste auch die Bergwelt bei Sapa und den Süden des Landes. Vietnam ist ein Land der Kontraste: Der Süden unterscheidet sich nicht nur klimatisch deutlich von Nordvietnam, wo es zwischen Dezember und April empfindlich kalt werden kann. „Auch die Lebensweisen und die Speisen sind anders“, erläutert Hai Nguyen Xuan. „In Zentralvietnam und im Süden isst man deutlich schärfer als im Norden. Und während man sich im Süden meistens Kaffee kocht, trinken die Leute im Norden lieber grünen Tee.“
Vietnam: Vom Literaturtempel zum Westsee: Auf dem Soziusplatz durch Hanoi
Um ihr Deutsch zu praktizieren führen Studentinnen und Studenten des Goetheinstituts in Hanoi deutschsprachige Besucher durch die vietnamesische Hauptstadt. Sie zeigen ihnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – beispielsweise den fast tausend Jahre alten Literaturtempel, in dem schon 1076 eine Universität gegründet wurde, das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und die Ein-Säulen-Pagode. Darüber hinaus gibt es Insider-Informationen zu Kultur und Gesellschaft in Vietnam. Wer sich mit Fremdenführerinnen wie der 24-jährigen Thuy Nguyen auf dem Rücksitz eines Motorrollers auf dem Weg macht, sollte nicht zu ängstlich sein. Denn die Zeiten, in denen Hanoi vor allem Fahrräder unterwegs waren, sind endgültig vorbei. Heute rasen Millionen kleiner Motorroller durch die vietnamesische Hauptstadt. Doch das Verkehrschaos ändert nichts daran: Hanoi ist eine der schönsten Städte Asiens – vor allem ein Besuch des Westsees, des Hoan-Kiem-Sees und der Altstadt ist äußerst lohnenswert.
Mexiko: Von Chaupultepec nach Querétaro – auf Kaiser Maximilians Spuren durch Mexiko
Bei Triest hatte sich Maximilian von Habsburg bereits ein Traumschloss bauen lassen, doch dann wurde der Bruder von Kaiser Franz Joseph I. überraschend mexikanischer Kaiser. In Mexiko City schuf er sich kurzerhand sein „Schönbrunn vom Mexiko“. Doch die Freude an dem Palast währte nicht lange: Als Frankreich seine Truppen aus Mexiko zurückzog, blieb Kaiser Maximilian im Lande – bis zu seiner Hinrichtung am 19. Juni 1867. In einer Reportage werden die Schauplätze des historischen Dramas vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Querétaro, einer charmanten Kolonialstadt im mexikanischen Hochland, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Mexiko: Von Santa Clara de Cobre nach Pátzcuaro: Kunsthandwerk und Kolonialstädte im mexikanischen Hochland
Während in Santa Clara del Cobre fast in jedem Haus Kupfergefäße geschmiedet werden, konzentrieren sich die Einwohner von Quiroga auf die Herstellung von Lederwaren. In Tócuaro hingegen konkurrieren die Familien darum, wer die furchterregendsten Holzmasken schnitzt. Verkauft werden viele dieser Produkte in Pátzcuaro, einer malerischen 70.000 Einwohner-Stadt im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Auf dem kolonial geprägten Hauptplatz der Stadt führen Folkloretänzer den „Danca de las Viejitos“ auf. Der Tanz knüpft an vorkolumbianischen Traditionen an und ist typisch ist für Michoacán: Karikierende Holzmasken mit Männergesichtern lassen dabei selbst Kinder wie Greise aussehen.
Mexiko: Kolonialkirchen, Silberminen und 160 Mumien – Makabres und Magisches aus dem mexikanischen Hochland
Als der Friedhof in Guanajuato zu klein wurde, stießen Arbeiter auf Dutzende von Leichen, die nahezu unversehrt waren. Und da Mexikaner dem Tod auch eine spielerische Seite abgewinnen, widmeten sie den „Momias“ kurzerhand ein eigenes Museum. Mittlerweile sind in Guanajuato etwa 160 gut erhaltene Leichname aufgebahrt – von der nur knapp über zehn Zentimeter großen Kindermumie bis zum Greis, von den Überresten lebendig Begrabener bis zu den Leichnamen erstochener und erwürgter Menschen ist hier vieles zu finden, was zart besaiteten Besuchern durchaus den Appetit verderben kann. Aber keine Sorge - neben dem Mumien-Museum werden in der Reportage auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kolonialstädte Guanajuato und San Miguel de Allende vorgestellt.
Nicaragua – ein Urlaubsland für Entdecker: Seen und Kolonialstädte, Inseln und Vulkane im Herzen Zentralamerikas
Nicaragua, das Land der Seen und Vulkane, bietet nicht nur unbeschwerten Naturgenuss – sei es bei Vulkanbesteigungen oder bei Kajaktouren durch die Isletas bei Granada – sondern auch die Begegnung mit offenen und freundlichen Menschen, die in Besuchern noch nicht den wandelnden Geldbeutel sehen. „Nicaragua ist ein wunderschönes Reiseland, aber man braucht ein bisschen Entdeckergeist und Abenteuerlust dafür“, beteuert Carlos Mejía Kornfeld, ein Nicaraguaner, der 1971 in Wien geboren wurde und teils in Europa, teil in Nicaragua aufgewachsen ist. Er führt seine Gäste nicht nur auf die Insel Ometepe, sondern auch zum Vulkan Masaya. Die stark schwefelhaltige Luft, die der Wind Besuchern zuweilen entgegen bläst, brennt in den Augen und sticht in der Lunge – doch der Blick in den Schlund des Vulkans ist überwältigend. Das In-Reiseziel in Nicaragua schlechthin ist derzeit freilich die Stadt Granada. Die 1524 gegründete Stadt gilt als die koloniale Perle Nicaraguas und gehört mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Panama: Der Häuptling liegt ruhig in der Hängematte - bei den Kuna-Indianern auf den San Blas-Inseln ist Hektik ein Fremdwort
Mehr 350 Inseln und Inselchen bilden das San Blas Archipel an der Ostküste Panamas. Die Inseln haben eine Besonderheit: Etwa fünfzig von ihnen sind nicht von Mestizen, sondern von Kuna-Indianern bewohnt, die es geschafft haben, ihre Tradition zu erhalten. Der althergebrachte Kunatanz, bei dem die Frauen bunte Gewänder tragen und die Männer auf Holzflöten spielen, ist ein langsamer Tanz, bei dem sich niemand verausgabt. Auch das Dorf-Oberhaupt empfängt seine Gäste meist ganz relaxt in der Hängematte. Touristen begeistern in „Kuna Yala“ die rund 300 unbewohnten Mini-Inselchen mit ihren Traumstränden. Jeden Tag eine anderes Eiland ganz für sich alleine haben – auf San Blas wird dieser Traum Wirklichkeit.
Panama: Badeurlaub mit Pfeil und Bogen – Die John-Wayne-Insel Taborcillo lockt mit einer Westernstadt unter österreichischer Regie
Eine eigene Insel, irgendwo im Pazifik. Wie viele Menschen mögen davon wohl träumen? Der 62-jährige Österreicher Ralph Hübner hat sich diesen Traum erfüllt. Er hat die Insel Taborcillo gekauft, die einst der Westerlegende John Wayne gehört hatte. Er hofft, dass seine Westernstadt „John Wayne City“ Urlauber aus Panama und aus Übersee anlockt. Mit Cowboyhut auf dem Kopf sein Glück auf einer Shooting Range versuchen, mit einer Feder in den Haaren zu Pfeil und Bogen greifen – solche Attraktionen finden Besucher auf anderen panamesischen Inseln schließlich nicht. Auch das Abendprogramm auf Taborcillo steht ganz im Zeichen Hollywoods. Beim Filmen wie „El Dorado“ oder „Rio Bravo“ erwacht die Leinwandlegende Abend für Abend wieder zum Leben.
Brasilien: Nie wieder weg von hier: Búzios und seine Deutschen
Immerwährender Sommer. Traumhafte Strände. Freundliche Menschen. Búzios, das Seebad 180 Kilometer nordöstlich von Rio de Janeiro, ein Ort der süchtig macht? Nie mehr im Leben wolle er weg von hier, beteuert Günter Schuster. „Es ist nicht nur das Wetter, es sind auch die Leute und die Lebensart hier, das Lachen, die Freundlichkeit – in Deutschland, so ist mein Eindruck, gibt es längst keine Lebensfreude mehr“, ergänzt Schuster. Etwa 600 bis 800 Deutsche, so schätzt Günter Schuster, haben in Búzios mittlerweile Häuser oder Wohnungen erworben. Einer davon ist der Drehbuchautor und Schriftsteller Achim Lenz. Obwohl Búzios klein ist, so beteuert Lenz, ist das Publikum international. „Hier in Búzios“, sagt Lenz, „ komme ich mir eigentlich gar nicht vor wie in Brasilien, sondern eher wie am Mittelmeer, wie in einer Mischung aus Südfrankreich und Griechenland.“
Brasilien: Wohnen im Künstleratelier – ein Bed & Breakfast-Programm bietet Rio de Janeiro mit Familienanschluss
Santa Teresa – das Künstlerviertel mit seinen pittoresken Fassaden, mondänen Gründerzeitvillen, gekachelten Wänden und versteckten Gärtchen - war für Rio-Besucher bis vor kurzem nur das Ziel eines kurzen Abstechers. Doch mittlerweile haben Gäste aus aller Welt das Viertel über den Dächern von Rio auch als interessantes Wohnquartier entdeckt. Der 27-jährige Carlos Magno hat in Santa Teresa das erste Bed & Breakfast-Projekt Brasiliens gestartet. Etwa die Hälfte der rund achtzig Vermieter, die sich am Cama e Café-Projekt beteiligen, sind Künstlerinnen und Künstler. Darunter Töpfer und Bildhauer, Musiker und Sänger, Fotografen und Maler. Wer bei ihnen unterkommt, lebt häufig fast im Atelier.
Brasilien: Brigitte ging, Renata blieb: Wie Búzios vom Fischerdorf zum Jetset-Ziel wurde
Als Renata Dechamps 1964 das erste Mal nach Búzios kam, war Brigitte Bardot wenige Stunden vorher abgereist. „Damals gab es kaum Häuser hier, nur Sand und Bäume. Alles war wunderschön: der goldgelbe Sand, das goldene Licht, ein Platz, wie von Gott geschaffen“, schwärmt Renata Dechamps. Während Brigitte Bardot nach 1964 nie mehr wieder kam, ist Renata Dechamps geblieben. Als Búzios zum In-Ziel wurde, beherbergte sie Prominenz aus aller Welt - darunter Mick Jagger und Cat Stevens. Mittlerweile gehört der 18.000-Einwohner-Ort Búzios, was die Übernachtungszahlen ausländischer Gäste angeht, zu den zehn Top-Destinationen in Brasilien. Ein Badeort mit internationalem Flair, der für Brasilien einzigartig ist.
Ecuador: Regenwald mit allen Sinnen: Ein Besuch im Cuyabeno-Nationalpark
Das Zirpen der Zikaden schwillt an, meist wellenförmig. Zu hören ist die tausendstimmige Symphonie des Dschungels vor allem nachts – dann, wenn die Schreie der Aras und Tukane verstummt sind - und auch kein knatterndes Motorboot auf dem Rio Cuyabeno das Konzert der Natur stören kann. Ein Besuch im ecuadorianischen Regenwald bietet nicht nur für die Ohren, sondern für sämtlich Sinne eine Herausforderung: Der Geruch der Ingwerblüte oder des Papageienschnabels, der Geschmack ein frisch gepflückten Passionsfrucht, der Anblick von Brüllaffen und Gelbkopfgeiern – im Cuyabeno-Naturpark gehört das ebenso zum Alltag wie die Begegnung mit Schamanen, die mit Tapir- und Wildschweinzähnen behängt sind.
Ecuador: Im Zickzack-Kurs zur Teufelsnase – eine abenteuerliche Zugfahrt in den ecuadorianischen Anden.
25 Stundenkilometer, 28 Stundenkilometer – die Lokomotive zuckelt äußerst gemächlich voran. Dennoch: Sergio Luna blickt konzentriert nach vorne. Der 41-jährige Lokomotivführer richtet seinen Blick unablässig auf die vor ihm liegenden Schmalspurgleise. Denn es kommt häufig vor, dass er plötzlich anhalten muss. Zum Beispiel, weil Felsbrocken oder eine kleiner Erdrutsch die Strecke versperren. Die Fahrt von Riobamba zur Teufelsnase – bei der sich die meisten Touristen nicht in den Waggon, sondern aufs Zugdach setzen – gehört zu den Höhepunkten einer Rundreise durch Ecuador. Hauptattraktion der siebenstündigen Zugfahrt sind nicht die majestätischen Vulkane und die Indiodörfer entlang der Strecke, sondern eine Schlucht, in die der Zug nur mittels mehrerer Spitzkehren einfahren kann.
Ecuador: Tiere ohne Scheu: Mit Seelöwen und Blaufußtölpeln auf Tuchfühlung
Das Galápagos-Archipel, 1000 Kilometer westlich von Ecuador im Pazifik gelegen, ist ein einzigartiges Laboratorium der Evolution. Fernab anderer Einflüsse haben sich hier Tier- und Pflanzenarten herausgebildet, die schon Charles Darwin bei seinem Besuch im Jahr 1835 stark faszinierten. Und da Blaufußtölpel und Seelöwen, Fregattvögel und Maskentölpel, Riesenschildkröten und Albatrosse hier fast ohne natürliche Feinde leben, zeigen die Tiere auch Menschen gegenüber keinerlei Scheu. Die beliebteste Art, die „verzauberten Inseln“ zu bereisen, ist eine Galápagos-Kreuzfahrt, bei der die Highlights der Inselwelt angesteuert werden. Schwerpunkt meiner Reportage ist die Begegnung mit der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt der Inseln Seymour Norte, Genovesa, Española und Santa Cruz.
Peru: Moche, Chimú und Lambayeque – faszinierende präkolumbianische Kulturen im Norden Perus
Die Inkas haben Peru einhundert Jahre lang beherrscht – und sie sind weltweit bekannt. Die Kultur der Moche dominierte den Norden Perus über 700 Jahre lang – doch sie war lange Zeit so gut wie vergessen. Dabei stehen ihre mit Goldschätzen gefüllten Königsgräbern den prachtvollen Grabstätten ägyptischer Pharaonen kaum nach. Eine faszinierende, aber auch eine grausame Kultur: Um den Berggott Ai Apaek gnädig zu stimmen, wurden von den Moche nicht nur Lamas, sondern auch Menschen geopfert. Doch neben der Moche-Kultur, deren Bauwerke vielerorts erst archäologisch erschlossen werden, gibt es in Nordperu noch mehr zu entdecken. Beispielsweise Chan Chan, die gigantische Lehmziegelstadt der Chimú. Oder das Sicán Nationalmuseum, mit geheimnisvollen Gräbern und kunstvollen Keramik- und Goldarbeiten aus der Lambayeque-Kultu
Guatemala: Von Tikal nach Chichicastenango – Unterwegs im Land der Mayas
Länder, in denen die indigene Bevölkerung nur noch in kleinen Reservaten anzutreffen ist, gibt es viele in Lateinamerika. Nicht so in Guatemala, dort stellen die verschiedenen Maya-Gruppen rund 70 Prozent der Bevölkerung. Vor allem im Hochland trifft man die Indiokultur auf Schritt und Tritt – seien es die Schamanen und Mayapriester, die dem Maximon in Santiago de Atitlán ihre Opfergaben darbringen oder Weberinnen und Schnitzer, die auf dem Indiomarkt von Chichicastenango Holzmasken und traditionelle Textilien verkaufen. In Guatemala fasziniert aber nicht nur die lebendige Mayakultur – auch die steinernen Zeugen der früheren Hochkultur lohnen einen Besuch. Insbesondere die gewaltigen Steinpyramiden in Tikal, einem Zentrum der Mayakultur, das inmitten immergrünen Regenwalds liegt und vor rund 1000 Jahren unter mysteriösen Umständen in Vergessenheit geriet.
Guatemala: Auferstanden trotz Ruinen – Antigua, die vergessene Hauptstadt Zentralamerikas
Rund 250 Jahre lang wurde von Antigua aus nicht nur Guatemala, sondern ganz Zentralamerika regiert. Ein gewaltiges Reich, das Chiapas, das heute in Mexiko liegt, ebenso umfasste wie das heutige Costa Rica. Für die Spanier war Antigua eine ihrer wichtigsten Niederlassungen in der neuen Welt. Davon zeugen die zahlreichen Klöster und Kirchen, die hier gebaut wurden, ebenso wie zahlreiche Bürgerhäuser und weltlichen Paläste. Doch am 29. Juli 1773 fand die bis dahin florierende Metropole ein jähes Ende. Ein Erdbeben zerstörte den Großteil der kolonialen Hauptstadt. Obwohl die Ruinen in den folgenden Jahrhunderten noch weiteren Erdstößen ausgesetzt waren, ist Antigua heute wieder eine lebendige Stadt – auch wenn die Kathedrale kein Dach hat und von anderen historischen Gebäuden zum Teil nur die Fassade steht.
Brasilien: 200 Sonnentage jährlich – in Buzios trifft sich das internationale Jetset
Die Halbinsel Buzios mit ihren dreiundzwanzig attraktiven Strände liegt an der Costa del Sol im Norden Rios - und ist der mondänste und internationalste Touristenort in ganz Brasilien. Bekannt wurde Buzios in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, weil sich Brigitte Bardot in den Ort verliebt hatte. Auch heute noch begeistert Buzios die Reichen und Schönen aus aller Welt, unter anderem auch Bill Gates, der bei seinen Besuchen meist im Alcazar nächtigt. Im Gegensatz zu Ferienorten, die durch Hotelburgen verschandelt wurden, hat Buzios seinen Charme bewahrt, denn mehr als zweistöckige Häuser sind hier verboten. Dazu kommt: die Umgebung von Buzios gehört zu den besten und beliebtesten Tauchrevieren in ganz Brasilien.
Brasilien: Candomblé und Capoeira – Salvador de Bahia, die Hauptstadt des schwarzen Brasiliens
Salvador de Bahia, die frühere Hauptstadt Brasiliens, ist heute das kulturelle Zentrum des schwarzen Brasiliens. Das zeigt sich vor allem im Bereich der Kultur: die Blocos Afros dominieren den Straßenkarneval, in Tausenden von Terreiros wird der Candomblé, eine afro-brasilianische Kultreligion, zelebriert und die Capoeira, ein Kampftanz, der ursprünglich aus Angola stammt, gehört zu den populärsten Sportarten. In einer Reportage werden Salvador de Bahia (kunstgeschichtlich und architektonisch die interessanteste Stadt Brasiliens) sowie wichtige Aspekte der afro- brasilianischen Kultur vorgestellt.
Brasilien: Die Trödler retten eine Stadt: Rios Zentrum erwacht zu neuem Leben
Vom Glanz der vergangenen Zeiten war wenig zu spüren, als Plinio Fróes vor 12 Jahren erstmals in der Rua Lavradio zu tun hatte. „Die Häuser waren verfallen, die Stromleitungen und die Wasserversorgung waren marode, das Abwassersystem funktioniert nicht – wenn es regnete, stand das Wasser fünfzig Zentimeter hoch in den Häusern. Wer es sich leisten konnte, war weggezogen.” In der Rua do Lavradio – der Name der Straße stammt von einem portugiesischen Vizekönig namens Marquês do Lavradio, der ab 1771 hier residiert - fanden sich aber auch einige Antiquitätenhändler und Möbelrestaurateure. . Der schlechte Ruf des Viertels war schlecht fürs Geschäft – deshalb fand sich schon bald ein gemeinsames Anliegen: Rios Innenstadt sollte wieder lebenswert werden. Ihr großes Vorbild waren die Antiquitätenmärkte in der Portobello Road in London und um den Plaza Dorrego in Buenos Aires.
Brasilien: Pirateninseln, Goldstraßen, Schnapsbrennereien – Brasiliens Costa Verde bietet mehr als nur Traumstrände
Die Costa Verde, die grüne Küste südlich von Rio de Janeiro, an der atlantischer Regenwald und Atlantik fast nahtlos ineinander über gehen, wird von den Einheimischen die brasilianische Karibik genannt. Hier finden sich einsame Strände und Buchten auf ehemaligen Pirateninseln wie der Ilha Grande, alte Goldstraßen und Schnapsbrennereien – und die 30.000 Einwohner-Stadt Paraty: ein Kolonialidyll in den Tropen, das Geschichts- und Architekturinteressierten viel zu bieten hat, das sich aber auch bestens als Ausgangspunkt für Schonertouren und für Besuche von Inseln und Stränden eignet. Anfang des 18. Jahrhunderts war Paraty ein wichtiger Goldhafen. Die portugiesische Krone wurde von hier mit Schätzen aus Übersee versorgt.
Brasilien: Sonne, Strände, Salvador – Beachparadies Bahia
Wer kurz vor dem Anflug auf Ilheus einen Blick aus dem Fenster wirft, kann nicht übersehen, was den Reiz Bahias ausmacht: kilometerlange, schier endlose Sandstrände ziehen sich an der brasilianischen Atlantikküste entlang. Insgesamt lockt der brasilianische Bundesstaat Bahia, der so groß ist wie Frankreich, jedoch nur von rund 13 Millionen Menschen bewohnt wird, mit mehr als 1100 Kilometer Küstenlinie. Ein tropisches Ferienparadies, in dem jeder auf seine Kosten kommt. Für Romantiker empfiehlt sich ein Besuch auf der Insel Tinhare, mit dem autofreien ehemaligen Fischerdörfchen Morro de Sao Paulo, die Surfer zieht es auf die Instrände bei Itacaré, Taucher- und Naturliebhaber bevorzugen den Nationalpark Abrolhos und nördlich der Hauptstadt Salvador de Bahia finden sich – an der Straße der Kokospalmen – eine Reihe von attraktiven Öko- und Luxusressorts.
Brasilien: Nach dem Goldrausch vergessen – die Barockstadt Paraty hat ihre Idylle bewahrt
Wer durch das beschauliche Städtchen mit den Kopfsteinpflasterstraßen und den weißgetünchten Häusern mit bunten Türen und Fensterläden läuft, kann sich kaum vorstellen, dass hier vor rund 300 Jahren der drittgrößte Hafen ganz Brasiliens war. In der Blütezeit Paratys hatte jede Sozialschicht ihre eigene Kirche – die Jesuitenkirche Santa Rita war von freien Sklaven und Mulatten errichtet worden, die Igreja das Dores war die Kirche der weißen Oberschicht und und in der 1725 erbaute Kirche Igreja do Rasário durften sich die Sklaven versammeln
Brasilien: Pro Familie ein Einbaum – eine Wanderung zu den „Caicaras“ auf der Regenwald-Insel Ilhabela
Der Charme der Ilhabela, der größten Meeresinsel, die dem brasilianischen Festland vorgelagert ist, erschließt sich dem europäischen Besucher erst auf dem zweiten Blick – nämlich dann, wenn er Vilabela, den quirligen Hauptort der Insel, hinter sich lässt – und sich auf macht, um die über 1000 Meter hohen Berge zu ersteigen oder per Pedes einen einsamen Strand zu erkunden.
Venezuela: Von den Tafelbergen ins Orinoco-Delta
Veneciola, Kleines Venedig, so nannten die europäischen Entdecker, allen voran Amerigo Vespucci, das Land, auf das sie 1499 zum ersten Mal stießen. Der Name blieb fast unverändert bestehen – auch wenn Venezuela mit Norditalien vergleichsweise wenig zu tun hat. Abgesehen davon, dass Venezuela, genauso wie Venedig, vom Wasser geprägt ist: Am höchsten Wasserfall der Welt, dem Salto Angel, stürzt es 972 Meter in die Tiefe. Im größten Delta des Landes, dem Mündungsgebiet des Orinoco-Flußes, verteilt es sich auf über tausend Kanäle und Kanälchen. Ein beeindruckendes Wasser- und Insellabyrinth, das eine Fläche bedeckt, die so groß ist wie die Schweiz.
Venezuela: Flamingos, Pelikane und Sandbänke: die Koralleninseln Los Roques
Oft sitzen sie zu Dutzenden auf der Reling und auf dem Dach eines kleinen Fischerbootes. Manchmal kreisen sie auch in Ufernähe über dem Wasser, um dann blitzschnell mit dem Kopf nach unten im Sturzflug ins Wasser zu schießen. So groß und plump die Vögel, die sich nur schwerfällig in die Lüfte begeben, zuweilen auch wirken – Pelikane sind geschickte Fischer. Die Pelikane sind nicht die einzigen Tiere, die sich in dem unter Naturschutz stehenden Meeres-Nationalpark wohl fühlen. Fregattvögel, Tölpel, Lachmöwen und Flamingos sind ebenso an anzutreffen wie Meeresschildkröten und verschiedenste Fische. Doch Los Roques ist nicht nur ein Nationalpark, sondern auch ein Urlaubsparadies wie aus dem Bilderbuch – mit schneeweißem Sand, einem türkisgrün und aquamarinblau leuchtendem Meer und mit faszinierenden Tauchgründen.
Venezuela: Urlaub auf der Rinderfarm
Die Sonne sticht unbarmherzig vom Himmel. Die Luft ist staubig. In der ausgemergelten Erde klaffen Risse. Am Wegrand liegt ein Pferdekadaver. Der Rumpf ist bereits weitgehend von den Geiern zerfressen, nur der Kopf des Tieres ist noch gut erkennbar. Niemand nimmt Notiz von dem toten Tier. Trotz der Hitze werden Fantasma, Marlboro, Cubiro, Pitufo und Comanschi, die fünf Touristen-Ausreit- Pferde des Hatos Doña Bárbara, plötzlich schneller. Sie wissen: Nun ist es nicht mehr weit zur Wasserstelle. Wer macht hier eigentlich Urlaub? Hier im venezolanischen Tiefland, das flach ist wie ein Brett? Hier in der Posada Doña Bárbara, einer Rinderfarm, die vor zwei Jahren umgebaut wurde, und die seither über 19 komfortable Gästezimmer verfügt?
Panama: Inselparadies Panama
Wenn Fernsehsender eine einsame Insel für ein Survival-Camp suchen, dann werden sie häufig in Panama fündig - sei es im Archipel Bocas del Toro (wo die Franzosen gerade drehen) in der Karibik oder auf den Perleninseln im Pazifik (RTL 2 drehte "Gestrandet" sogar an beiden Locations). Die rund 1500 Inseln, die zum mittelamerikanischen Panama gehören, werden vom Tourismus gerade erst entdeckt – insbesondere das Inselarchipel Bocas del Toro, das bei Insidern inzwischen als das neue Costa Rica gilt. Die Inselgruppe, die früher ein wichtiger Standort der United Fruit Company war, die von hier aus Bananen verschiffte, beherbergt unter anderem einen maritimen Nationalpark. Während Bocas lockeres Jamaica-Feeling versprüht, locken die Perleninseln im Pazifik den High Quality- Tourismus – schließlich hatte sich hier auch der Schah von Persien niedergelassen, als er aus dem Iran vertrieben worden war. Südseeträume pur bietet auch das San Blas Archipel, das von den Kuna- Indianern bewohnt wird. Hier finden sich Hunderte von einsamen Kokosnuss-Inseln – und viele davon können Besucher fast ganz für sich alleine haben.
Panama: Viagra aus dem Regenwald – ein Besuch bei den Embera
Reportage über einen Besuch bei den Embera-Indianern in Chagres-Nationalpark: Dabei wird ein Medizinmann beim Gang durch den Urwald begleitet – denn die Hausapotheke der Embera ist die Natur, die Mittel gegen Kopfschmerzen und Schlangenbisse ebenso bereit hält wie natürliches Viagra.
Türkei: Bizarre Felsfiguren und unterirdische Städte: eine Reise nach Kappadokien
Alanya, Antalya und Side – die türkische Riviera und die lykische Küste gehören zu den Rennern in dieser Urlaubssaison. Doch nicht alle Besucher interessieren sich ausschließlich für Entspannung, Sonne und Strand. Die Lösung: ein mehrtägiger Ausflug nach Kappadokien, einer bizarren, von Vulkanen geprägten Landschaft im zentralanatolischen Hochland, die seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Rund um die Orte Göreme und Ürgüp finden sich dort außergewöhnliche Skulpturen und spektakuläre Felstürme, die zum Teil noch bewohnt sind. Ein Landschaft voll faszinierender Formen und Farben, die sich durch das Spiel von Licht und Schatten ständig verändert und an der man sich kaum satt sehen kann. Ein geschichtsträchtiges Stück Türkei mit Steinhöhlen, Felsenkirchen, unterirdischen Städten und steinernen Wäldern, das unendlich weit entfernt scheint von Hotelburgen und All-Inclusive-Anlagen – und doch von Antalya aus in rund acht Stunden erreicht werden kann
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