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Wohnen im Künstleratelier – ein Bed & Breakfast-Programm bietet Rio de Janeiro mit Familienanschluss
Santa Teresa – das Künstlerviertel mit seinen pittoresken Fassaden, mondänen Gründerzeitvillen, gekachelten Wänden und versteckten Gärtchen - war für Rio-Besucher bis vor kurzem nur das Ziel eines kurzen Abstechers. Doch mittlerweile haben Gäste aus aller Welt das Viertel über den Dächern von Rio auch als interessantes Wohnquartier entdeckt. Der 27-jährige Carlos Magno hat in Santa Teresa das erste Bed & Breakfast-Projekt Brasiliens gestartet. Etwa die Hälfte der rund achtzig Vermieter, die sich am Cama e Café-Projekt beteiligen, sind Künstlerinnen und Künstler. Darunter Töpfer und Bildhauer, Musiker und Sänger, Fotografen und Maler. Wer bei ihnen unterkommt, lebt häufig fast im Atelier.
Die Trödler retten eine Stadt: Rios Zentrum erwacht zu neuem Leben
Vom Glanz der vergangenen Zeiten war wenig zu spüren, als Plinio Fróes vor 12 Jahren erstmals in der Rua Lavradio zu tun hatte. „Die Häuser waren verfallen, die Stromleitungen und die Wasserversorgung waren marode, das Abwassersystem funktioniert nicht – wenn es regnete, stand das Wasser fünfzig Zentimeter hoch in den Häusern. Wer es sich leisten konnte, war weggezogen.” In der Rua do Lavradio – der Name der Straße stammt von einem portugiesischen Vizekönig namens Marquês do Lavradio, der ab 1771 hier residiert - fanden sich aber auch einige Antiquitätenhändler und Möbelrestaurateure. Der schlechte Ruf des Viertels war schlecht fürs Geschäft – deshalb fand sich schon bald ein gemeinsames Anliegen: Rios Innenstadt sollte wieder lebenswert werden. Ihr großes Vorbild waren die Antiquitätenmärkte in der Portobello Road in London und um den Plaza Dorrego in Buenos Aires.
Ein Sinnenrausch in grün und rosa – Rios Sambaschulen fiebern dem Karneval entgegen.
Samstagabend in einem der ärmeren Stadtteile Rio de Janeiros. Eine Menschentraube drängt sich auf der Straße. Aus einem hell erleuchteten Gebäude dringt Trommelwirbel. An kleinen Ständen wird Bier und Caipirinha verkauft. Hierher, in den Stadtteil Mangueira, verirren sich normalerweise keine Touristen - denn hier – in der Zona Norte, wohnt vor allem der ärmere Teil der Bevölkerung. Doch Lebensfreude, Samba und Carnaval - all das, wofür Rio berühmt ist - wurde nicht in den Nobelvierteln an der Copacabana oder in den Palästen der portugiesischen Edelleute im Zentrum erfunden. Der Swing und Rhythmus Brasiliens ist dort zu Hause, wo die Armen zu Hause sind: auf den Morros und in den Favelas.
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