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Kambodscha: Gesichtertürme und himmlische Nymphen: Die Götterburgen in Angkor erleben eine touristische Renaissance
In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Tourismus in Thailand noch in den Kinderschuhen steckte, waren die Tempel von Angkor bereits ein wichtiger Bestandteil jeder Asien-Studienreise. Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer hat diese Tradition gebrochen – doch heute gehören Drei-Tages-Touren nach Angkor wieder zu den am stärksten nachgefragten touristischen Angeboten in ganz Asien. Insgesamt acht Fünf-Sterne-Hotels gibt es mittlerweile in dem 90.000-Einwohner-Ort Siem Reap, der zweitgrößten Stadt des Landes, die sich voll und ganz auf den Tempel-Tourismus eingestellt hat. Die indische Mythologie vom Weltenberg Meru, auf dessen fünf Gipfeln die Götter residieren, prägt die Gestaltung der etwa fünfzig beeindruckenden Tempelanlagen, die zwischen 800 und 1400 nach Christus entstanden sind. Das faszinierendste Khmer-Heiligtum ist Angkor Wat. Dieser Tempel war als Begräbnisstätte für den Gott-König Suryavarman II. – der den Tempel zwischen 1112 und 1155 auch erbauen ließ – gedacht und dem hinduistischen Gott Vishnu gewidmet. Allein in diesem Tempel finden sich mehr als 1800 reliefartige Skulpturen, in denen Apsaras dargestellt werden – himmlische Tänzerinnen, welche die Götter unterhalten und vergnügen sollten.
Kambodscha: „Good clients, good business“ – das Reiseland Kambodscha kämpft um ein neues Image
Die Folgen des Bürgerkriegs, in dessen Rahmen ein Großteil der Elite des Landes ausgelöscht wurde, führten dazu, dass Phnom Penh in den 80ern und Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts eine Art Wildwest-Stadt wurde. Gewaltkriminalität war keine Seltenheit. Heute jedoch kann sich der Besucher in Phnom Penh zu allen Tages- und Nachtzeiten sicher bewegen. Dennoch gibt es weiter soziale Probleme, von Kinderarbeit bis hin zu Kinderprostitution. Die Nicht-Regierungsorganisation Friends International hat nun ein Projekt initiiert, in dem Hotel, Internet-Cafés und Motorradtaxi-Fahrer bei der Bekämpfung von Kindsmissbrauch mitarbeiten. Die Französin Marie Bizet-Pechoux. die früher bei der französischen Botschaft in Phnom Penh gearbeitet hat und nun für Friends International tätig ist, hat das Konzept – ‚good clients, good business’ entwickelt. „Mit unserem Programm wollen wir mithelfen, das Image Kambodschas zu ändern. Kambodscha ist kein Paradies für Pädophile, sondern ein wunderbares Land mit wundervollen Menschen“, erklärt sie. Friends International betreib darüber hinaus auch zwei Restaurants, in denen gefährdete Jugendliche, zum Großteil Waisenkinder oder ehemalige Straßenkinder, eine Berufsausbildung erhalten. Ob die Speisekarte des erst kürzlich eröffneten Romdeng-Restaurants den ausländischen Besuchern nicht zu exotisch ist – schließlich gibt es hier nicht nur gegrillten Fisch mit Mango und Wassermelonen, sondern auch geröstete Spinnen mit Pfeffersoße.
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