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“Wolga auf der Brust” - ein Besuch bei den Setus in Südestland
Jeden Donnerstagabend treffen sich die Setu-Frauen aus der Umgebung im Hof des Museums – singen in ihrer traditionellen Setu-Sprache und tanzen in ihren althergebrachten Kostümen. Die 70-jährige Anna ist aktiv mit dabei – und hat dem Museum sogar eine Textilsammlung mit neun verschiedenen Ärmelmustern vermacht, die sie selbst gestickt hat. Im Chor singt Anna natürlich auch noch – die Sängertradition ist so lebendig, dass sich gleich drei Chöre hier angesiedelt haben: ein Jugendchor, ein Chor im mittleren Alter und ein älterer Chor. Die Indianer Europas werden die Setukesen manchmal genannt, denn obwohl es nur noch etwa 5000 bis 6000 Volksangehörige gibt, pflegen sie ihre Kultur und ihre Eigenständigkeit. Die Setu-Sängerinnen der älteren Generation können sich noch gut an ihre Auftritte im damals kommunistischen Moskau erinnern.“ Die Setu-Frauen kommen und haben Wolga auf der Brust“, sagten die Russen damals. Will heißen, der zwei bis vier Kilo schwere Silberschmuck, den die Frauen um den Hals trugen, hatte etwa den Wert eines russischen Automobils.
  
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Rothenburg an der Ostsee - die estnische Hauptstadt Tallinn hat ihren mittelalterlichen Charme bewahrt
Auch wenn man in Estland die wirtschaftlichen Folgen des EU-Beitritts kontrovers diskutiert: Geschichtlich gehört das kleine Völkchen im Norden des Baltikums ganz eindeutig zu Europa. Mit dem Deutschen Orden kamen Burgen und Priester, mit den Kaufleuten der Hanse und dem bereits 1248 eingeführten Lübischen Stadtrechts wuchsen Bürgersinn und Wohlstand. Die Spuren dieser Zeit prägen Tallinn, die Hauptstadt Estlands, noch heute. Den besten Blick über die Stadt hat man vom Burgberg, am Abend ein beliebter Treffpunkt für die Jugendlichen der Stadt. Während des Sommers dauert die Dämmerung ewig – die berühmten weißen Nächte sind ein Markenzeichen der 400.000-Einwohner Stadt, die nur 80 Kilometer südlich von Helsinki liegt. Tallinn, früher Reval genannt, besticht Besucher vor allem durch seine historische Altstadt – sie gilt als die am besten erhaltenen in ganz Osteuropa.
 
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