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Estland: Neues Denken hinter mittelalterlichen Mauern – die Hafenstadt Tallinn zwischen Hightech und Hanse
Ob im Hotel oder im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Flughafen. Überall in Tallinn sind so genannte Wifi-Ports aufgebaut, dort finden Laptop-Nutzer bequemen und einfachen Zugang zum Netz. Veljo Haamer ist einer der Pioniere dieser Hightech-Entwicklung, doch wenige Hundert Meter von seinem Büro entfernt bietet die estnische Hauptstadt Tallinn ein ganz anderes Bild. Im Restaurant „Olde Hansa“ ertönt mittelalterliche Lautenmusik, Kellnerinnen und Kellner in historischen Kostümen servieren Schweinefleisch mit gedünstetem Sauerkraut, Zwiebelmarmelade und Honigbier.
Litauen: Kirchen, Künstler, schräge Vögel – Begegnungen diesseits und jenseits der Vilnia
Vilnius, die Hauptstadt Litauens, ist mittlerweile eine Art doppelte Hauptstadt geworden ist. Denn jenseits des Flusses Vilnia, in Uzupis beginnt das Reich von Romas Lileikis, des Präsidenten der autonomen Republik Uzupis. „Wir haben eine eigene Währung, einen eigenen Nationalfeiertag, eine eigene Fahne und sogar eigene Briefmarken“, erläutert Darius Cepas, der seit sieben Jahren in Uzupis lebt. Seither hat sich das frühere Problem-Viertel zu einem In-Stadtteil entwickelt. Doch auch diesseits der Vilnia hat Vilnius einiges zu bieten: Die Altstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist von der altehrwürdigen Universität und vom Barockstil geprägt. Und von den rund fünfzig Kirchen, die Vilnius beherbergt.
Litauen: Auf den Spuren Thomas Manns durch die Dünen: die Kurische Nehrung zwischen Sandkrug und Nidden
Die landschaftliche Hauptattraktion der Nehrung ist nicht das Haff oder die Ostseeküste, nein, es sind die gewaltigen Dünen, die zuweilen fast an die Sahara erinnern. „Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel. Immer wieder überkommt mich hier der Eindruck des Elementarischen, wie ihn sonst nur das Hochgebirge oder die Wüste hervorruft“, sagte Thomas Mann, der sich bei seinem ersten Besuch auf der Kurischen Nehrung spontan entschloss, dort ein Sommerhaus bauen zu lassen. Mann schwärmte von der unvergleichlichen Farbenpracht des Himmels und von der gewaltigen Wucht des Meeres.
Lettland: Jugendstil und Badespass – Von Riga nach Jurmala
Johann Gottfried Herder und Richard Wagner werden in Riga hoch verehrt, das Lenin-Denkmal bei Burg Cesis im Norden Lettlands jedoch liegt in einer Holzkiste, die anmutet wie ein Sarg. „In der Zwischenkriegszeit, insbesondere in den 20er Jahren, war Riga wirtschaftlich gleichauf mit Großstädten in Dänemark oder Finnland“, berichtet Andris Gobins. Eine Tradition, an der man gerne wieder anknüpfen möchte – doch das Erbe der sowjetischen Zeit lastet noch immer auf der Stadt, die vor über 800 Jahren vom Bremer Albrecht von Buxthoeven gegründet wurde. Ironie der Geschichte: Michail Eisenstein, der Vater des genialen Agitprop- Regisseurs Sergej Eisenstein wirkte in Riga als Architekt – und schuf viele der faszinierenden Jugendstil-Bauten, die heute Besucher aus aller Welt in die Alberta- und die Elizabetes-Straße locken – und die einer der Gründe sind, dass Riga im Jahr 1997 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.
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